Kraftklub-Tourauftakt in Schwerin: 7000 Fans singen unaufhörlich im Chor
Kraftklub-Tourstart: Schweriner Fans singen unaufhörlich

Kraftklub startet Tour in Schwerin mit unerwartetem Fan-Chor

Schwerin wurde am Dienstagabend zum Schauplatz eines außergewöhnlichen Konzertstarts. Die Chemnitzer Band Kraftklub eröffnete ihre aktuelle Tour in der Sport- und Kongresshalle der mecklenburg-vorpommerschen Landeshauptstadt vor rund 7000 begeisterten Fans. Zwei Jahre nach ihrem letzten Auftritt im Bundesland gelang den fünf Musikern um Frontmann Felix Kummer ein spektakulärer Auftakt, der bereits den ersten unvergesslichen Moment der Tour lieferte.

Historische Location mit DDR-Charme

Die 1962 eröffnete und mittlerweile denkmalgeschützte Sport- und Kongresshalle bot mit ihrem authentischen DDR-Flair die perfekte Kulisse für eine Band, die in ihren Songs regelmäßig das Aufwachsen und Leben im DDR- und Nachwende-Chemnitz thematisiert. Noch immer versprüht die Halle mit ihren alten Vorhängen, Fluren und Sitzplätzen einen gewissen historischen Charme, der ideal zur Thematik der Band passte.

Konfetti-Überraschung und neue Songs

Kraftklub startete das Konzert mit „Marlboromann“ vom aktuellen Album „Sterben in Karl-Marx-Stadt“ – einem vergleichsweise ruhigen Einstieg für eine Band, die normalerweise ihr Publikum sofort anheizt. Doch schon während des Eröffnungslieds schossen unzählige Konfetti-Fetzen in die Menge, was die Stimmung sofort in die Höhe trieb. Anders als viele andere Bands, die solche Effekte typischerweise am Ende ihrer Shows einsetzen, legte Kraftklub gleich zu Beginn los.

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Die Setlist präsentierte eine ausgewogene Mischung aus alten und neuen Songs. Besonders beeindruckend war die Textsicherheit des Publikums, das selbst bei den frischen Stücken des aktuellen Albums mitsingen konnte. Nach einem kurzen Zwischenstopp mit „Porky“ von Deichkind auf dem großen Bühnenbildschirm positionierte sich die Band überraschend mitten in der Menge auf einem kleinen Podest, wo sie „Kein Liebeslied“ präsentierte – eine Liebeshymne, die keine sein will.

Der unerwartete Chor-Moment

Der Höhepunkt des Abends entwickelte sich während des Songs „Schief in jedem Chor“, der ersten Single des neuen Albums. Diese Hymne auf Andersartigkeit und das Selbstbewusstsein, Fehler machen zu dürfen, entfachte eine besondere Magie. 7000 Menschen verwandelten sich spontan in einen gigantischen Chor, der den Refrain immer wieder anstimmte.

Was dann geschah, überraschte selbst die Band: Während die musikalische Begleitung immer leiser wurde und schließlich ganz verstummte, sangen die Zuschauer einfach weiter. Alle Versuche der Band, das nächste Lied anzustimmen, schlugen fehl – die Menge hörte einfach nicht auf. „Schwerin, das haben wir nicht erwartet“, gestand ein sichtlich überwältigter Felix Kummer, während alle fünf Bandmitglieder die emotionale Wucht dieses Moments spürten.

Technische Pannen und triumphales Fazit

Neben diesem magischen Moment gab es auch kleinere technische Pannen, wie zum Beispiel einen ausgefallenen Bengalo, den Gitarrist Brummer am Ende eines Songs zünden wollte. Doch solche Unwägbarkeiten gehören zum Start einer Tour einfach dazu und konnten der überwältigend positiven Stimmung keinen Abbruch tun.

Nach gut zwei Stunden zog die Band ein triumphales Fazit: „Schwerin, wir haben nicht viel erwartet von unserem ersten Auftritt. Aber das hier und ihr wart der Hammer.“ Diesem Statement dürften wohl alle 7000 Besucher aus vollem Herzen zugestimmt haben. Der Tourstart ist mehr als gelungen, und die kommenden Konzerte in Städten wie Stuttgart, Hamburg, Erfurt, Graz und Bern versprechen ähnlich emotionale Höhepunkte.

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