Operette 'Frau Luna' in Neustrelitz: Eine außergewöhnliche Mondreise mit Berliner Flair
Im Landestheater Neustrelitz steht eine faszinierende Inszenierung der Operette Frau Luna bevor, die das Publikum auf eine überirdische Reise zum Mond entführt. Unter der Regie von Angela Schweiger und mit Bühnenbild von Devi Saha, beide aus Österreich, verspricht die Produktion eine erfrischende Interpretation des klassischen Stücks.
Starke Frauen und zeitgemäße Bearbeitung
Regisseurin Angela Schweiger betont, dass Operetten keineswegs verstaubt sein müssen. „Es ist ein tolles Genre, weil es so viel Freiheit zulässt bei Bearbeitung und Aneignung, spritzig und subversiv ist“, erklärt sie. In ihrer Inszenierung hat sie an der Version aus den 1920er Jahren gefeilt, um veraltete Frauenbilder zu überwinden. Die Frau Luna wird dabei als Sinnbild für selbstbewusste Frauen dargestellt, die in ihrer mondänen Welt etwas zu sagen haben.
Die Handlung folgt dem Berliner Mechaniker Fritz Steppke und seinen Begleitern, die im Ballon zum Mond reisen. Bekannte Hits wie Berliner Luft, Schlösser, die im Monde liegen und Schenk mir doch ein kleines bisschen Liebe sorgen für musikalische Höhepunkte.
Analoge Bühnenmagie und kreative Zusammenarbeit
Für die Mondreise hat Künstler Dominic Kießling einen speziellen Ballon angefertigt. Bühnen- und Kostümbildnerin Devi Saha schwärmt von der analogen Umsetzung: „Natürlich kann man das alles als Film machen, aber eben das ist doch langweilig“. Beide Künstlerinnen schätzen das talentierte Ensemble des Neustrelitzer Theaters, das in allen Spielarten des Musiktheaters zu Hause ist.
Angela Schweiger, die bereits in Salzburg, Graz, Tokio, Moskau und Wien inszeniert hat, lobt das Haus: „Es zeigt, dass man mit weniger oft mehr machen kann“. Devi Saha, deren Label die Viecherei für Theater, Film und Werbung arbeitet, ergänzt: „Wenn Werkstätten so gut sind wie hier, geht einfach alles“.
Stilmix aus den 1920ern und zeitlose Faszination
Die Inszenierung vereint Elemente der 1920er Jahre mit Anklängen an Brecht/Weill und Revuen der 1930er. Dabei spielen auch die technikbegeisterten Visionen von Jules Verne und historischen Mondrevuen eine Rolle. Auf die Frage, ob sie selbst eine Reise zum Mond antreten würden, antwortet Devi Saha: „Als spirituelle Erfahrung vielleicht, aber praktisch eher nicht“. Angela Schweiger hingegen könnte sich vorstellen, „die Erde mal aus anderem Blickwinkel zu sehen“, wenn die Rückkehr sicher wäre.
Die Premiere von Frau Luna findet am 4. April um 19.30 Uhr im Landestheater Neustrelitz statt. Weitere Vorstellungen sind für den 6., 11. und 24. April sowie den 16. und 31. Mai geplant. Karten sind unter der Telefonnummer 03981 206400 erhältlich.



