Britisches Start-up verwandelt Festival-Urin in Baumbepflanzung
Britisches Start-up verwandelt Festival-Urin in Baumbepflanzung

Ein britisches Start-up namens NPK Recovery sammelt seit Jahren Urin von Besuchern bei Großveranstaltungen und stellt daraus Pflanzendünger her. Die BBC bezeichnet die Idee als bahnbrechend. Das Unternehmen mit Sitz an der University of the West of England in Bristol will nun in einem Pilotprojekt Tausende Bäume mit dem Dünger anpflanzen.

Hintergrund ist nicht nur Umweltliebe, sondern auch wirtschaftliche Überlegungen: Die Preise für synthetische Düngemittel schwankten in den letzten Jahren stark und stiegen durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und den Konflikt im Nahen Osten massiv an. Der Dünger aus Urin könnte eine günstigere Alternative bieten.

Allerdings ist der Prozess nicht einfach: „Urin enthält natürlicherweise alle Nährstoffe, die Pflanzen benötigen, wie Stickstoff, Phosphor und Kalium, aber auch eine Vielzahl von Schadstoffen“, erklärt Olivia Wilson, Forschungsexpertin bei NPK Recovery. Das Unternehmen entfernt in einem komplexen Verfahren die Schadstoffe und wandelt die Nährstoffe um, sodass sie von Pflanzen besser aufgenommen werden können. Das Ergebnis ist ein geruchloser Dünger.

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Nach erfolgreichen Tests auf Wiesen sollen nun 4500 Buchen und Kiefern mit dem Dünger gezogen werden, die im walisischen Nationalpark Bannau Brycheiniog gepflanzt werden. Den Urin sammelte NPK Recovery unter anderem beim London-Marathon und dem Boomtown-Festival.

„Ich finde die Vorstellung toll, dass Feiernde und Läufer am Ende dieses dreijährigen Projekts einen jungen Wald geschaffen haben, der Hunderte Jahre gedeiht“, sagt Lucy Bell-Reeves, Mitgründerin von NPK Recovery.

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