Angriff auf Mädchenschule im Iran: Über 150 Tote – USA unter Verdacht, Untersuchung läuft
Am ersten Tag des Irankrieges wurde eine Mädchenschule in der Stadt Minab im Süden des Iran beschossen. Laut Berichten starben dabei möglicherweise mehr als 150 Menschen, wobei die genaue Zahl nicht unabhängig überprüft werden kann. Die iranischen Behörden machen die USA und Israel für den Raketenangriff verantwortlich, der am 28. Februar stattfand.
USA im Fokus der Ermittlungen
Die New York Times berichtete am Freitag, dass wahrscheinlich die Vereinigten Staaten für den Angriff verantwortlich seien. Diese Einschätzung basiert auf einer Auswertung von Satellitenbildern, Videos und Veröffentlichungen in Onlinemedien. Demnach wurde die Schule getroffen, während offenbar eine US-Tomahawk-Rakete auf einen benachbarten Marinestützpunkt der iranischen Revolutionswächter niederging. Die Zeitung betont, dass die USA das einzige am Irankrieg beteiligte Land sind, das Tomahawk-Raketen einsetzt.
Trumps Reaktion und Untersuchungsankündigung
US-Präsident Donald Trump kündigte eine Untersuchung des Vorfalls an. „Was immer bei dem Bericht rauskommt, ich bin willens, mit diesem Bericht zu leben“, sagte er. Trump wies jedoch darauf hin, dass Tomahawk-Raketen nicht ausschließlich von den USA verwendet werden und Iran ebenfalls über solche Raketen verfüge. Er betonte, dass die Möglichkeit eines Tomahawk-Einsatzes zu allgemein sei, um als Beweis zu dienen, aber die Prüfung nun erfolge. Zuvor hatte Trump Iran selbst für den Angriff verantwortlich gemacht.
Politische Reaktionen und Forderungen
Die US-Senatorin Jeanne Shaheen und weitere Vertreter der Demokratischen Partei haben Pentagonchef Pete Hegseth aufgefordert, den Vorfall „vollständig und unparteiisch“ zu untersuchen. In einer Erklärung hieß es, unabhängige Analysen deuteten glaubwürdig darauf hin, dass der Angriff möglicherweise von US-Streitkräften durchgeführt wurde. Falls dies zutreffe, handle es sich um einen der gravierendsten Fälle mit zivilen Opfern in Jahrzehnten von US-Militäreinsätzen im Nahen Osten. Hegseth hatte bereits in der vergangenen Woche eine Untersuchung angekündigt.
Ausmaß der Zerstörung und weitere Details
Der SPIEGEL konnte etliche Videos und Fotos verifizieren, die das Ausmaß der Zerstörung der Schule in Minab zeigen. Die Nachrichtenagentur AFP berichtet von über 150 Toten, während die dpa von rund 170 Opfern spricht. Die iranische Nachrichtenagentur Mehr News veröffentlichte Videoaufnahmen, die den Angriff dokumentieren. Die Lage bleibt angespannt, während die Untersuchungen voranschreiten.



