Auswärtiges Amt warnt erneut: Deutsche müssen sofort den Iran verlassen
Das Auswärtige Amt hat eine dringende Warnung für alle deutschen Staatsangehörigen im Iran herausgegeben. Angesichts der extrem angespannten Sicherheitslage und der Möglichkeit militärischer Auseinandersetzungen fordert die Bundesregierung alle Deutschen auf, das Land umgehend zu verlassen. Diese erneute Warnung unterstreicht die ernste Gefahrenlage in der Region.
Konsularische Hilfe kann nicht garantiert werden
Ein Sprecher des Ministeriums in Berlin betonte gegenüber dem „Deutschlandfunk“, dass im Falle einer Eskalation konsularische Hilfe durch die Deutsche Botschaft in Teheran nicht sichergestellt werden könne. Besonders kritisch ist die Situation für deutsch-iranische Doppelstaater: Iranische Behörden verweigern diesen Personen ihr Recht auf konsularische Betreuung und machen eine Unterstützung durch die Botschaft faktisch unmöglich.
Die Haftbedingungen im Iran werden als sehr hart beschrieben, und selbst die Versorgung mit medizinisch notwendigen Medikamenten oder ärztlicher Behandlung ist nicht immer gewährleistet. Individualreisende laufen zudem Gefahr, wegen scheinbar harmloser Aktivitäten wie Fotografie mit Spionagevorwürfen konfrontiert zu werden.
Ausreisemöglichkeiten noch vorhanden
Derzeit bestehen noch kommerzielle Flugverbindungen aus dem Iran in umliegende Länder, wenn auch in eingeschränktem Umfang. Auch auf dem Landweg ist eine Ausreise weiterhin möglich. Allerdings warnt das Auswärtige Amt ausdrücklich, dass es jederzeit zu weiteren Einschränkungen des Flugverkehrs kommen kann, einschließlich der Stornierung von Flügen und der Sperrung von Lufträumen.
In der Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts sind noch eine mittlere dreistellige Zahl Deutscher im Iran registriert. Diese Personen werden nun dringend aufgefordert, das Land zu verlassen, solange die Ausreisemöglichkeiten noch bestehen.
Hintergrund: Seit 2022 bestehende Warnung
Die aktuelle Ausreiseaufforderung ist keine neue Entwicklung. Bereits seit November 2022 warnt das Auswärtige Amt vor Reisen in den Iran und fordert Deutsche zur Ausreise auf. Auf der Homepage des Ministeriums heißt es: „Die Sicherheitslage in Iran und der gesamten Region ist äußerst volatil und sehr angespannt. Eine weitere Verschärfung sowie militärische Auseinandersetzungen können nicht ausgeschlossen werden.“
Die angespannte Lage wird durch Berichte über mögliche militärische Aktionen der USA gegen den Iran zusätzlich verschärft. US-Präsident Donald Trump soll informiert worden sein, dass das Militär für einen potenziellen Angriff bereit sei. Trump selbst sprach von der Prüfung „begrenzter Angriffe“ und deutete an, innerhalb der kommenden zehn Tage eine Entscheidung zu treffen.
Vor diesem Hintergrund wird die Warnung des Auswärtigen Amts besonders dringlich. Deutsche Staatsangehörige im Iran sollten die verbleibenden Ausreisemöglichkeiten nutzen, bevor sich die Situation möglicherweise weiter verschärft und die Bewegungsfreiheit noch stärker eingeschränkt wird.



