Belgien hält mutmaßlichen russischen Schattentanker fest und fordert Millionenkaution
Belgien hält russischen Schattentanker fest - 10 Mio. Euro Kaution

Belgien setzt mutmaßlichen russischen Schattentanker fest und verlangt Millionenkaution

Die belgischen Behörden haben einen mutmaßlich zur russischen Schattenflotte gehörenden Öltanker festgesetzt und fordern für dessen Freigabe eine Kaution in Höhe von zehn Millionen Euro. Der unter der Flagge Guineas fahrende Tanker »Ethera« wurde von belgischen Spezialkräften in der Nordsee abgefangen und in den Hafen von Seebrügge gebracht.

45 Verstöße bei Inspektion festgestellt

Bei einer gründlichen Prüfung des Schiffes entdeckten die Inspekteure insgesamt 45 Verstöße, darunter zahlreiche technische Mängel. Der belgische Mobilitätsminister Jean-Luc Crucke erklärte am Dienstag, dass das Schiff den Hafen erst wieder verlassen dürfe, »wenn sie den Vorschriften genügt« und die geforderte Kaution gezahlt werde. Die belgische Regierung ist überzeugt, dass die »Ethera« Teil der russischen Schattenflotte ist – jener oft veralteten und unter fremden Flaggen operierenden Schiffe, mit denen Moskau westliche Sanktionen umgeht.

Internationale Zusammenarbeit bei der Festsetzung

An der Operation auf See waren nach Angaben des französischen Präsidenten Emmanuel Macron auch französische Einheiten beteiligt. Der belgische Verteidigungsminister Theo Francken betonte, dass mit dieser Aktion europäische Sanktionen durchgesetzt, die Nordsee geschützt und die Finanzierung des russischen Krieges gegen die Ukraine eingeschränkt werde. Die »Ethera« steht auf der EU-Sanktionsliste, die mittlerweile Hunderte Schiffe umfasst.

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Besatzung muss an Bord bleiben

Der russische Kapitän des Schiffes sowie die 20-köpfige Mannschaft wurden angewiesen, an Bord des Tankers zu bleiben. Die meisten Besatzungsmitglieder sind Inder, unter den sieben Offizieren befinden sich zudem drei Georgier und ein Indonesier. Die belgischen Ermittler gehen davon aus, dass das Schiff fälschlicherweise unter der Flagge Guineas fuhr.

Gefahren durch die Schattenflotte

Die Schiffe der russischen Schattenflotte stehen nicht nur im Verdacht, mit Öltransporten den Angriffskrieg gegen die Ukraine zu finanzieren, sondern auch unterseeische Infrastruktur des Westens wie Strom- und Datenkabel oder Gaspipelines absichtlich zu beschädigen. So soll der unter der Flagge der Cookinseln fahrende Tanker »Eagle S« am ersten Weihnachtsfeiertag 2024 mehrere Kabel zwischen Estland und Finnland mit seinem Anker gekappt haben.

Die EU warnt zudem schon länger davor, dass Schiffe der Schattenflotte als Plattform für den Start von Drohnen für Stör- oder Spionageangriffe genutzt werden können. Die Festsetzung der »Ethera« zeigt die entschlossene Haltung Belgiens und seiner europäischen Partner im Umgang mit dieser Bedrohung.

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