London – Inmitten der schwersten Krise seiner Amtszeit verliert der britische Premierminister Keir Starmer (63) einen seiner wichtigsten Minister: Gesundheitsminister Wes Streeting (43) ist am Donnerstag zurückgetreten. Dieser Schritt heizt Spekulationen über einen offenen Machtkampf in der Labour-Partei massiv an. In London gilt der Rücktritt als Auftakt für eine mögliche Kampagne gegen Starmer und als Versuch, sich für den Parteivorsitz in Stellung zu bringen.
Rücktritt erinnert an Boris Johnsons Ende
Der Rücktritt erinnert viele in Westminster an den Anfang vom politischen Ende des damaligen Premiers Boris Johnson (62): Vor knapp vier Jahren hatte der damalige Finanzminister Rishi Sunak (46) mit seinem Abgang die Revolte gegen Johnson ausgelöst und später selbst nach der Parteiführung gegriffen. Nun droht Starmer ein ähnliches Szenario – diesmal in den eigenen Reihen der Labour-Partei.
Starmer unter massivem Druck
Der Premierminister steht politisch massiv unter Druck. Bei den Kommunal- und Regionalwahlen vor einer Woche erlitt Labour schwere Verluste. Der rechte Politiker Nigel Farage (62) hatte mit seiner Partei „Reform UK“ mehr als 200 Sitze abgeräumt, während Labour mehr als 150 Sitze verlor. Seitdem werden die Rücktrittsrufe gegen Starmer immer lauter.
Frust über Wirtschaft und Migration
Schon zuvor hatten parteiinterne Kritiker offen Starmers Rücktritt gefordert, nachdem er den Jeffrey-Epstein-Vertrauten Peter Mandelson (72) zum US-Botschafter ernannt hatte. Gleichzeitig wächst der Frust über die schwache Wirtschaft, hohe Lebenshaltungskosten, marode öffentliche Dienste und die illegale Migration. Mindestens 80 Abgeordnete haben bereits gefordert, dass Starmer zurücktritt oder einen Zeitplan für seinen Rückzug bekannt gibt.
Bislang kamen die Angriffe vor allem von Hinterbänklern der Labour-Fraktion. Dass nun mit Streeting ein politisches Schwergewicht das Kabinett verlässt, verschärft die Krise. Der Schritt wird in Westminster als mögliches Signal gewertet, dass Teile der Parteispitze nicht mehr an Starmers politische Zukunft glauben.



