China drängt Iran zur Öffnung der Straße von Hormus - USA blockieren Ölexporte
China fordert Iran zur Öffnung der Straße von Hormus auf

China erhöht Druck auf Iran: Freie Schifffahrt in der Straße von Hormus gefordert

In einer entscheidenden diplomatischen Initiative hat der chinesische Außenminister Wang Yi seinen iranischen Kollegen Abbas Araqchi aufgefordert, die normale Schifffahrt in der strategisch wichtigen Straße von Hormus umgehend wiederherzustellen. Das chinesische Außenministerium bestätigte am Mittwoch ein Telefonat zwischen beiden Politikern, bei dem Wang betonte, dass sowohl die iranische Souveränität als auch die Freiheit der internationalen Schifffahrt gewährleistet werden müssten.

Kritisches Zeitfenster für Friedensverhandlungen

„Zurzeit öffnet sich ein kritisches Fenster für den Frieden“, erklärte Wang Yi laut offizieller Mitteilung. China unterstütze nachdrücklich die Einhaltung des seit dem 8. April geltenden Waffenstillstands und die Fortführung der Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien. Diese Entwicklung liege nicht nur im Interesse Irans, sondern der gesamten Region und der Weltgemeinschaft.

Hintergrund der chinesischen Initiative sind massive wirtschaftliche Interessen: China bezieht mehr als 80 Prozent des aus Iran exportierten Rohöls und ist damit der mit Abstand größte Abnehmer iranischer Energieexporte. Die seit Kriegsbeginn am 28. Februar andauernde Blockade der Meerenge hat bereits zu Hunderten festsitzenden Tankern und etwa 20.000 gestrandeten Seeleuten im Persischen Golf geführt.

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Iran erwägt teilweise Öffnung – unter Bedingungen

Aus informierten Kreisen verlautet, dass die iranische Regierung in den laufenden Verhandlungen mit den USA erstmals von ihren Maximalforderungen abrückt und eine teilweise Öffnung der Straße von Hormus erwägt. Bisher hatte Teheran Gebühren für die Durchfahrt durch die internationale Wasserstraße gefordert und volle Souveränitätsrechte beansprucht.

Eine mit den iranischen Positionen vertraute Person erklärte am Mittwoch, Iran könnte Schiffen die freie Durchfahrt auf der omanischen Seite der Meerenge gestatten – allerdings nur unter der Voraussetzung, dass die US-Regierung auf weitere Forderungen Teherans eingeht. Dazu gehören insbesondere:

  • Die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte
  • Ein umfassendes Ende der Wirtschaftssanktionen
  • Garantien für die nationale Sicherheit Irans

Unklar bleibt, ob diese Öffnung für alle Schiffe gelten würde – insbesondere für solche mit Verbindungen zu Israel. Ein westlicher Sicherheitsexperte bestätigte, dass der Vorschlag derzeit auf diplomatischer Ebene erörtert wird.

USA verschärfen Sanktionsdruck gegen Iran

Parallel zu den diplomatischen Bemühungen verschärfen die Vereinigten Staaten ihren wirtschaftlichen Druck auf Teheran. US-Finanzminister Scott Bessent drohte am Mittwoch mit weiteren Sanktionen gegen Länder und Unternehmen, die weiterhin iranisches Öl kaufen oder iranische Vermögenswerte verwalten.

„Die Iraner sollten wissen, dass dies das finanzielle Äquivalent zu den Bombenangriffen ist“, erklärte Bessent gegenüber Journalisten im Weißen Haus. Das US-Finanzministerium habe bereits zwei chinesische Banken direkt angeschrieben und klargemacht, dass sekundäre Sanktionen verhängt werden, sobald der Fluss iranischen Geldes über deren Konten nachgewiesen werden kann.

Bessent zeigte sich zuversichtlich, dass China als größter Abnehmer iranischen Öls seine Käufe vorübergehend einstellen wird. „Wir haben allen Ländern gesagt, dass wir nun bereit sind, sekundäre Sanktionen zu verhängen“, betonte der Finanzminister.

Weltbank warnt vor humanitärer Katastrophe

Während die diplomatischen und wirtschaftlichen Verhandlungen weitergehen, warnt die Weltbank vor den verheerenden humanitären Folgen des anhaltenden Konflikts. Chefvolkswirt Indermit Gill erklärte am Mittwoch in Washington, dass bereits etwa 300 Millionen Menschen unter akuter Ernährungsunsicherheit leiden – eine Zahl, die durch die Krise um etwa 20 Prozent steigen könnte.

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Die Blockade der Straße von Hormus treibt nicht nur die Öl- und Gaspreise in die Höhe, sondern auch die Kosten für Düngemittel. Landwirte weltweit reagieren darauf mit reduziertem Düngemitteleinsatz, was zu einem spürbaren Rückgang der globalen Getreideproduktion führt. Gill warnte zudem vor möglichen Exportverboten für Lebensmittel, die die Preisspirale weiter anheizen würden.

„Sollte der Krieg nicht bald beendet werden, wird der Hunger am stärksten gefährdete Länder mit voller Wucht treffen“, mahnte der Weltbank-Ökonom. Während Asien derzeit besonders von den ausbleibenden Ölexporten betroffen sei, würden bei längerer Krisendauer vor allem afrikanische Regionen die Folgen zu spüren bekommen.

Die Straße von Hormus bleibt mit etwa 20 Prozent der weltweiten Öl- und Flüssiggasexporte eine der wichtigsten maritimen Handelsrouten. Ihr weiterer Status wird nicht nur über den Verlauf des Iran-Konflikts, sondern über die Stabilität der globalen Energieversorgung und Ernährungssicherheit entscheiden.