China verurteilt US-Seeblockade im Iran-Konflikt als gefährliche Eskalation
Die chinesische Regierung hat die von den Vereinigten Staaten verhängte Seeblockade gegen iranische Häfen scharf kritisiert. Außenamtssprecher Guo Jiakun bezeichnete das Vorgehen am Dienstag in Peking als "gefährlich und unverantwortlich". Die USA hätten trotz einer vereinbarten Waffenruhe ihre Militärpräsenz in der Region verstärkt und eine gezielte Blockade verhängt.
Bedrohung für die Schifffahrt und internationale Stabilität
Laut Guo verschärft die amerikanische Maßnahme den Konflikt erheblich, untergräbt die bereits brüchige Waffenruhe und gefährdet zudem die Sicherheit der Schifffahrt in der strategisch bedeutsamen Straße von Hormus. China, das als wichtiger Partner des Iran gilt, fordert alle beteiligten Parteien auf, die Waffenruhe strikt einzuhalten, den Dialog zu suchen und praktische Schritte zur Deeskalation der Spannungen im Nahen Osten zu unternehmen.
Die USA hatten am Montag damit begonnen, die Straße von Hormus für Schiffe zu blockieren, die einen iranischen Hafen als Start- oder Zielpunkt haben. Auch Schiffe, die von Iran geforderte Transitgebühren an Teheran bezahlen, sollen an der Durchfahrt gehindert werden. Dies betrifft insbesondere iranische Häfen am Persischen Golf und am Golf von Oman. Das US-Militär betonte jedoch, dass die Durchfahrt von Schiffen ohne iranischen Bezug nicht beeinträchtigt werden soll.
Internationale diplomatische Bemühungen laufen
Hinter den Kulissen laufen intensive diplomatische Aktivitäten. Wie die Nachrichtenagentur dpa aus pakistanischen Diplomatenkreisen erfuhr, hat China dem Iran geraten, weitere Gespräche mit den USA aufzunehmen. Pakistan arbeitet aktiv an einer neuen Verhandlungsrunde zwischen Teheran und Washington und strebt eine baldige Wiederaufnahme der Gespräche an.
Weitere Länder sind in die Vermittlungsbemühungen eingebunden:
- China, Ägypten, Saudi-Arabien und die Türkei stehen mit beiden Konfliktparteien im Kontakt.
- Diese Staaten haben einen Vorschlag unterbreitet, noch in dieser Woche in Islamabad weitere Verhandlungen zu führen.
- Pakistan gilt als wichtiger Partner Teherans und könnte eine Schlüsselrolle bei der Deeskalation spielen.
Russland intensiviert Zusammenarbeit mit China
Parallel zu diesen Entwicklungen ist der russische Außenminister Sergej Lawrow zu Gesprächen über den Iran-Konflikt in China eingetroffen. Russland beabsichtigt, vor dem Hintergrund der anhaltenden Spannungen die Zusammenarbeit mit Peking zu vertiefen. Bei seiner Ankunft in der chinesischen Hauptstadt wurde Lawrow mit militärischen Ehren und dem roten Teppich empfangen, wie Aufnahmen des russischen Außenministeriums zeigen.
Am Dienstag wurden in China weitere hochrangige Vertreter von Ländern begrüßt, die vom Iran-Konflikt und seinen wirtschaftlichen Auswirkungen betroffen sind. Dazu zählen der Generalsekretär der Kommunistischen Partei Vietnams, To Lam, sowie der Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate, Mohammed bin Sayed Al Nahyan.
Hintergrund: Die Straße von Hormus als neuralgischer Punkt
Die Meerenge zwischen Iran und Oman ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den weltweiten Ölhandel. Bereits Anfang März hatte der Iran die Straße von Hormus durch Drohungen und Beschuss von Tankern und Frachtschiffen faktisch blockiert. Die nun von den USA verhängte Seeblockade erfolgte nach dem vorläufigen Scheitern der Friedensverhandlungen zwischen Washington und Teheran.
Die Eskalation in dieser strategisch sensiblen Region birgt erhebliche Risiken für die globale Energiesicherheit und die politische Stabilität im Nahen Osten. Die internationalen diplomatischen Anstrengungen zielen darauf ab, eine weitere Verschärfung des Konflikts zu verhindern und langfristige Lösungen zu finden.



