Einem Medienbericht zufolge widerspricht nun auch die CIA offenbar dem US-Präsidenten Donald Trump in der Einschätzung der militärischen Lage Irans. Eine vertrauliche Geheimdienst-Einschätzung kommt laut der „Washington Post“ zu dem Ergebnis, dass Iran deutlich besser dasteht, als von Trump behauptet. Damit wird deutlich, dass die US-Strategie im Irankrieg ein grundlegendes Problem hat.
Geheimdienstbericht widerspricht Trumps Darstellung
Der Bericht, der als streng geheim eingestuft ist, soll zeigen, dass Iran über erheblich mehr militärische Ressourcen verfügt, als die US-Regierung öffentlich zugibt. Insbesondere die Raketenbestände und die Luftverteidigung sollen weitgehend intakt sein. Laut der Einschätzung seien etwa 70 Prozent der Raketenbestände aus der Vorkriegszeit noch vorhanden. Dies steht im krassen Gegensatz zu Trumps Behauptungen, die iranische Armee sei bereits weitgehend zerschlagen.
Folgen für die US-Strategie
Die neue Einschätzung hat weitreichende Konsequenzen. Wenn Iran tatsächlich über eine so starke militärische Kapazität verfügt, dann basiert die gesamte US-Strategie auf falschen Annahmen. Dies könnte bedeuten, dass die USA ihre Kriegsziele nicht erreichen können oder dass der Konflikt sich noch lange hinziehen wird. Experten fordern daher eine Neubewertung der Lage und eine Anpassung der Strategie.
Die CIA hat sich zu dem Bericht bislang nicht offiziell geäußert. Allerdings deutet die Veröffentlichung darauf hin, dass es innerhalb der US-Geheimdienste erhebliche Zweifel an der offiziellen Darstellung des Weißen Hauses gibt. Dies ist nicht das erste Mal, dass Geheimdienstinformationen von Trumps Darstellungen abweichen.
Die „Washington Post“ beruft sich in ihrem Artikel auf namentlich nicht genannte Quellen, die mit dem Inhalt des Berichts vertraut sind. Demnach handelt es sich um eine gemeinsame Einschätzung mehrerer Geheimdienste, wobei die CIA die Federführung übernommen hat. Die Zeitung betont, dass der Bericht bereits vor mehreren Wochen erstellt wurde, aber erst jetzt an die Öffentlichkeit gelangt ist.
Die US-Regierung hat den Bericht bislang nicht kommentiert. Allerdings ist bekannt, dass Präsident Trump großen Wert auf eine positive Darstellung des Kriegsverlaufs legt. Sollte sich die Einschätzung der CIA bestätigen, wäre dies ein schwerer Schlag für seine Glaubwürdigkeit. Es bleibt abzuwarten, wie die Administration auf die Enthüllungen reagieren wird.



