Die Bundeswehr baut ihre Präsenz in Ostdeutschland massiv aus. Allein in Sachsen-Anhalt sollen Investitionen in Höhe von 1,37 Milliarden Euro fließen. Das gab das Bundesverteidigungsministerium bekannt. Insgesamt plant die Bundeswehr für die drei mitteldeutschen Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen Investitionen von rund vier Milliarden Euro.
Investitionen in Infrastruktur und Personal
Nach Angaben des Ministeriums betreffen die Investitionen „weitgehend alle Bereiche der Infrastruktur“. Konkret sind bis 2029 Investitionen von 1,45 Milliarden Euro vorgesehen, weitere 2,49 Milliarden Euro bis 2035. Eine Sprecherin betonte jedoch, dass es sich um Prognosen handele, die sich „aufgrund der derzeitigen weltpolitischen Lage mit großer Wahrscheinlichkeit“ noch ändern könnten.
Verteilung der Mittel auf die Bundesländer
Den größten Anteil erhält Sachsen mit 1,63 Milliarden Euro. Sachsen-Anhalt folgt mit 1,37 Milliarden Euro, Thüringen erhält 944 Millionen Euro. Welche konkreten Standorte besonders profitieren, wollte das Ministerium aus Sicherheitsgründen nicht nennen. Allerdings werde die Reaktivierung stillgelegter Standorte geprüft.
Bekannte Standorte in Sachsen-Anhalt
Bereits im Herbst 2025 wurden sechs Immobilien in Sachsen-Anhalt genannt, die für eine Wiederbelebung infrage kommen. Dazu gehören ehemalige Kasernen in Schönebeck und Stendal, ein ausgedienter Übungsplatz in Halberstadt sowie der frühere Flugplatz Krähenberge in Burg. Alle diese Standorte liegen im Norden des Bundeslandes.
Neues Musterungszentrum in Magdeburg
Die Bundeswehr kündigte zudem an, in 24 deutschen Städten moderne Musterungszentren einzurichten. In Sachsen-Anhalt wird ein solches Zentrum in Magdeburg gebaut. Auch Leipzig, Dresden und Jena erhalten neue Musterungszentren. Diese sollen außerhalb bestehender Bundeswehrliegenschaften entstehen.
Bereits im vergangenen Jahr hatte die Bundeswehr ein Moratorium für die Umwandlung ehemals militärisch genutzter Objekte in zivile Nutzung verhängt. Betroffen sind 187 nicht mehr genutzte Standorte. 13 weitere Standorte sollen entgegen früherer Pläne nun nicht mehr stillgelegt werden, darunter militärisch genutzte Teile des Berliner Flughafens Tegel.



