Tausende Deutsche im Nahen Osten gestrandet: Außenminister schließt Bundeswehr-Evakuierung aus
Deutsche im Nahen Osten gestrandet: Keine Evakuierung möglich

Tausende Deutsche im Nahen Osten gestrandet: Außenminister schließt Bundeswehr-Evakuierung aus

Rund 30.000 Reisende deutscher Veranstalter befinden sich derzeit im Nahen Osten in einer prekären Situation und sind dort gestrandet. Unter den Betroffenen sind zahlreiche deutsche Staatsbürger, die als Urlauber in der Region unterwegs waren oder dort leben. Eine Evakuierung mithilfe der Bundeswehr, die viele erhofft hatten, ist nach aktuellen Aussagen des Außenministers jedoch nicht möglich.

Lufträume geschlossen: Keine Ausreise per Militärflugzeug

Außenminister Johann Wadephul von der CDU machte in einem Interview mit der „Bild“-Zeitung wenig Hoffnung auf eine schnelle Lösung. „Das werden wir nicht machen können, denn die Lufträume sind insgesamt geschlossen“, erklärte Wadephul deutlich. Diese Schließung der Lufträume ist eine direkte Folge der jüngsten militärischen Eskalation in der Region.

Israel und die USA hatten am Samstagfrüh Luft- und Raketenangriffe gegen Ziele im Iran gestartet. Bei diesen Angriffen wurde unter anderem das iranische Religionsführer und Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei getötet. Teheran reagierte prompt mit eigenen Angriffen auf Israel sowie auf Ziele in der Golfregion, wo sich mehrere US-Militärstützpunkte befinden.

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Unklare Perspektive für die Gestrandeten

Wann eine Ausreise für die betroffenen Deutschen wieder möglich sein wird, ist laut den Aussagen des Außenministers derzeit völlig unklar. Viele der Reisenden sitzen an Flughäfen fest oder harren auf Kreuzfahrtschiffen aus, vor allem in der Golfregion. Beliebte Reiseziele wie Dubai, die normalerweise von Touristen stark frequentiert werden, sind zu Orten der Unsicherheit geworden.

Laut dem Deutschen Reiseverband (DRV) sind etwa 30.000 Reisende von deutschen Veranstaltern von der Situation betroffen. Diese Zahl umfasst sowohl Personen, die sich aktuell in der Region aufhalten, als auch solche, deren Flüge aus anderen Teilen der Welt über Drehkreuze im Nahen Osten führen sollten. Wie viele Deutsche sich genau in der Golfregion befinden, lässt sich nicht präzise beziffern.

Registrierung und Unterstützung durch die Bundesregierung

Aus dem Auswärtigen Amt wurde am Sonntag bekannt, dass sich in der Krisenvorsorgeliste eine niedrige fünfstellige Zahl betroffener Deutscher in der Golfregion registriert hat. Das bedeutet, dass mehr als 10.000 Menschen ihre Daten freiwillig hinterlegt haben. Diese Registrierung steht sowohl Urlaubern als auch im Ausland lebenden Deutschen offen.

Anstelle einer militärischen Evakuierung setzt die Bundesregierung auf alternative Maßnahmen. „Alle Botschaften, alle Auslandsvertretungen sind geöffnet. Wir arbeiten intensiv daran, mit Informationen da zu sein“, betonte Außenminister Wadephul. Die Regierung bietet somit konsularische Unterstützung und Informationsangebote an, um den Gestrandeten beizustehen.

Die Straßen in Städten wie Katars Hauptstadt Doha, die noch vor wenigen Tagen voller Leben waren, präsentieren sich mittlerweile deutlich leerer. Für Menschen wie Jörg Wendorff, der im Emirat feststeckt, ist die Situation ungewiss. Die Bundesregierung bleibt in Kontakt mit den Betroffenen, doch eine baldige Rückkehr scheint unter den gegebenen Umständen nicht realistisch.

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