Schwere Verletzung bei Basketball-Star Tibor Pleiß: Rasta Vechta muss wochenlang auf Routinier verzichten
Er gilt als Königstransfer in der kleinen Stadt Vechta, doch nun muss der Basketball-Bundesligist erstmal ohne seinen größten Namen auskommen. Tibor Pleiß, der 36-jährige Ex-Nationalspieler mit zwei Euroleague-Titeln und NBA-Erfahrung, hat sich im Spiel gegen die MHP Riesen Ludwigsburg eine schwere Knieverletzung zugezogen und wird voraussichtlich bis Ende April pausieren müssen.
Harmlose Szene mit schwerwiegenden Folgen
Die Verletzungsszene wirkte zunächst unspektakulär: Pleiß wollte Ludwigsburgs Brandon Tischler am Korbwurf hindern und blieb dabei unglücklich hängen. „Ich hatte noch daran gedacht, in der Szene wegzubleiben. Aber ich wollte nicht, dass wir so einfach Punkte kassieren“, erklärte der 109-malige Nationalspieler nach dem Vorfall. Die Untersuchungen zu Wochenbeginn brachten dann die niederschmetternde Diagnose: Innenbandriss im Knie.
Für Rasta Vechta bedeutet dies einen schweren Schlag im engen Play-off-Rennen der Easycredit Basketball-Bundesliga. Pleiß hatte seit seinem Wechsel im Dezember eindrucksvoll gezeigt, dass er trotz seines fortgeschrittenen Alters noch zu den besten Spielern der Liga zählt. In seinen 15 Einsätzen für die Niedersachsen brachte er durchschnittlich:
- 21 Minuten Spielzeit pro Partie
- 11,3 Punkte bei herausragenden 46,7 Prozent Dreierquote
- 5 Rebounds pro Spiel
Professionelle Reaktion und wichtige Siege ohne den Star
Sportdirektor Gerrit Kersten-Thiele zeigte sich betroffen: „Es ist sehr schade für ihn und uns. Aber Tibor ist ein absoluter Vollprofi.“ Die Mannschaft bewies jedoch bereits am Samstagabend, dass sie auch ohne den erfahrenen Center bestehen kann. Im Rasta-Dome drehten die Niedersachsen gegen die Niners Chemnitz einen 61:70-Rückstand im Schlussviertel und siegten mit 80:78.
Tommy Kuhse war mit 17 Punkten Topscorer des Abends – es war bereits der vierte Sieg in Serie für Rasta Vechta und ein wichtiges Signal im Kampf um die Play-off-Plätze. Dieser Erfolg gewinnt angesichts der langen Ausfallzeit von Pleiß zusätzlich an Bedeutung.
Weitere Entwicklungen in der Basketball-Bundesliga
Während Vechta trotz des Personalschlags weiterkämpft, erlebte Science City Jena im Abstiegskampf einen herben Rückschlag. Im Derby unterlagen die Thüringer dem Syntainics MBC deutlich mit 84:108. Der MBC zeigte dabei eine überragende Dreierquote von 53 Prozent und war von außen kaum zu stoppen.
Noch beeindruckender präsentierten sich die BMA365 Bamberg Baskets. Beim 99:85-Erfolg in Heidelberg trafen die Stars des Pokalsiegers sensationelle 20 Dreier bei einer Trefferquote von 57,1 Prozent und feierten damit ihren fünften Sieg in Folge. Für Heidelberg hingegen bedeutet die Niederlage weiteren Druck im Tabellenkeller.
Die Verletzung von Tibor Pleiß wirft nun die Frage auf, wie Rasta Vechta im entscheidenden Saisonfinale ohne ihren erfahrenen Routinier zurechtkommen wird. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob das Team die personelle Lücke schließen kann und den Kampf um die Play-offs erfolgreich fortsetzt.



