Nach 400 Profi-Spielen in den beiden höchsten deutschen Spielklassen beendet Kevin Vogt seine Karriere. Der 34-jährige Innenverteidiger des VfL Bochum gab am Donnerstag bekannt, dass er aus gesundheitlichen Gründen die Fußballschuhe an den Nagel hängt. Sein Vertrag, der noch bis 2027 lief, wurde in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst. Der Verein nannte „verletzungsbedingte Gründe“ als Ursache für das vorzeitige Aus.
Schwerer Schritt für Vogt
Kevin Vogt erklärte in einem Statement: „Diese Entscheidung fällt mir unglaublich schwer. Fußball war mein Leben, seit ich denken kann.“ Der erfahrene Defensivspieler kämpfte seit längerer Zeit mit Knieproblemen. Im Oktober des Vorjahres unterzog er sich einer Operation, in deren Folge er 16 Spiele der laufenden Saison verpasste. Insgesamt kam er in dieser Spielzeit nur zu neun Einsätzen in der 2. Bundesliga und einem im DFB-Pokal. Sein letztes Spiel über die volle Distanz absolvierte er im September gegen Fortuna Düsseldorf, das mit 0:1 verloren ging.
Rückkehr zu den Wurzeln
Erst im vergangenen Sommer war Vogt ablösefrei von Union Berlin zu seinem Ausbildungsklub zurückgekehrt. Bereits bei den Köpenickern hatte er aufgrund von Kniebeschwerden einige Partien verpasst. Vogt weiter: „Der VfL war dabei immer etwas Besonderes. Hier bin ich groß geworden, hier durfte ich Profi werden, hier durfte ich am Ende noch einmal nach Hause kommen. Mein Körper hat mir in den vergangenen Monaten aber deutlich gezeigt, dass es nicht mehr so weitergeht, wie ich es mir wünsche. Ich bin dankbar für alles, was ich erleben durfte. Für die Vereine, die Mitspieler, Trainer, Fans und vor allem für den VfL Bochum. Dieser Verein wird immer ein Teil von mir bleiben.“
Verein würdigt außergewöhnliche Karriere
Der VfL Bochum schrieb in einer Mitteilung, dass man einen Spieler verliere, „der diesen Verein gelebt hat“. Simon Zoller, der sportliche Leiter, erklärte: „Kevin war jederzeit – gerade auch in dieser schwierigen Phase nach seiner Rückkehr – hochprofessionell. Nicht nur auf dem Platz, sondern auch daneben hat er Verantwortung übernommen und klare Haltung gezeigt. In jeder einzelnen Situation war spürbar, wie viel ihm der Verein bedeutet. Seine außergewöhnliche Karriere nötigt mir persönlich und uns als Verein höchsten Respekt ab.“ Zoller, der selbst seine Laufbahn aus Verletzungsgründen vorzeitig beenden musste, zeigte großes Verständnis für Vogts Situation: „Ich selbst musste meine Profilaufbahn aus Verletzungsgründen vorzeitig beenden und kann daher gut nachempfinden, wie schwierig das ist. Daher möchte ich ihm im Namen des VfL alles Gute für die Zukunft wünschen und mich bedanken: Kevin ist als Junge zu uns gekommen, als Profi gegangen und als Bochumer zurückgekehrt – und das wird er auch für immer bleiben.“
Offizielle Verabschiedung am Samstag
Am Samstag wird Kevin Vogt im Rahmen des Heimspiels gegen Hannover 96 (Anstoß 13 Uhr) offiziell verabschiedet. Die Fans können dem Routinier dann noch einmal für seine Verdienste danken. Vogts Karriere umfasst rund 400 Spiele in der Bundesliga und 2. Bundesliga, unter anderem für den VfL Bochum, den 1. FC Köln, Werder Bremen, Hoffenheim und Union Berlin.



