In der Nacht zum Mittwoch sind mehrere Drohnen in den lettischen Luftraum eingedrungen, wobei mindestens eine in ein Öl-Lager in der ostlettischen Stadt Rēzekne gestürzt sein soll. Die lettische Armee bestätigte, dass zwei Drohnen auf lettischem Staatsgebiet abgestürzt seien. Die Herkunft der Drohnen ist noch unklar, doch die lettische Ministerpräsidentin Evika Siliņa hat eine Krisensitzung einberufen. Die Vorfälle ereigneten sich gegen drei Uhr morgens, als die lettische Luftabwehr aktiviert wurde.
Eindringen in den Luftraum
Die lettischen Streitkräfte identifizierten mindestens zwei Drohnen, die aus Richtung Russland kamen. Eine der Drohnen soll in die Ölanlage in Rēzekne gestürzt sein. Die Behörden warnten die Bevölkerung in mehreren Gemeinden per SMS und forderten sie auf, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Der Schulunterricht im Osten Lettlands fällt heute aus. Die Polizei rückte gegen 3.30 Uhr zu der Ölanlage aus, nachdem Rauch gemeldet worden war. Die Feuerwehr bestätigte mehrere Notrufe wegen eines möglichen Brandes, konnte jedoch keine offenen Flammen feststellen. Einsatzkräfte kühlten vorsorglich einen Tank und überprüften die Anlage mit Wärmebildkameras.
Zeugenberichte und Videos
Augenzeugen berichteten von ungewöhnlichen Geräuschen, darunter ein tiefes Brummen aus der Luft sowie explosionsartige Geräusche und Lichtblitze. In sozialen Medien verbreitete Videos zeigen einen hellen Lichtblitz und ein explosionsähnliches Geräusch. Die lettische Armee gab später Entwarnung: Die akute Bedrohungslage im Luftraum sei beendet. Bei dem Vorfall wurde niemand verletzt. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen.
Zweiter Einschlagsort unklar
Der stellvertretende Polizeichef Andris Zellis erklärte im lettischen Fernsehen, es gebe Hinweise auf zwei abgestürzte Drohnen. Trümmer seien auf dem Gelände der Ölanlage in Rēzekne gefunden worden. Der zweite Absturzort werde noch gesucht. Die genaue Herkunft der Drohnen ist trotz der Eindringrichtung aus Russland unklar. Erst im März stürzten fehlgeleitete ukrainische Drohnen in Estland und Litauen ab.



