Epstein-Skandal: Britischer Ex-Minister Mandelson nach Festnahme unter Auflagen freigelassen
Epstein-Skandal: Ex-Minister Mandelson unter Auflagen frei

Epstein-Skandal erschüttert britische Politik: Ex-Minister Mandelson unter Auflagen frei

Der Skandal um den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein erreicht erneut die höchsten Ebenen der britischen Politik. Nach dem früheren Prinzen Andrew wurde nun auch der ehemalige Minister Peter Mandelson vorübergehend festgenommen. Der 72-Jährige konnte die Polizeistation in London erst nach Mitternacht verlassen – und das nur unter strengen Auflagen.

Nächtliche Freilassung unter strengen Bedingungen

Peter Mandelson wurde am Montagabend festgenommen und nach intensiver Befragung erst gegen 1 Uhr nachts freigelassen. Die Freilassung erfolgte unter Auflagen, was in Großbritannien typischerweise bedeutet, dass der Beschuldigte seinen Reisepass abgeben muss oder sich nur an einer bestimmten Adresse aufhalten darf. Sky News zeigte Aufnahmen, wie Mandelson auf dem Rücksitz einer Limousine abtransportiert wurde – ein Bild, das an die ähnliche Situation des früheren Prinzen Andrew erinnert.

Ermittlungen stürzen Regierung in Krise

Die Ermittlungen gegen Mandelson haben Premierminister Keir Starmer bereits in eine ernste Regierungskrise gestürzt. Zwei hochrangige Mitarbeiter – Stabschef Morgan McSweeney und Kommunikationschef Tim Allan – sind bereits von ihren Positionen zurückgetreten. Die Opposition fordert Aufklärung, warum Mandelson trotz seiner bekannten Verbindungen zu Epstein im Februar 2025 zum britischen Botschafter in den USA ernannt wurde.

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Die Regierung plant nun, im März erste Dokumente zu dieser umstrittenen Ernennung freizugeben. Mandelson selbst hatte sein Amt als Botschafter bereits im September 2025 verloren, nachdem immer mehr Details über seine Beziehung zu Epstein ans Licht gekommen waren.

Vorwürfe des Informationsaustauschs mit Epstein

Hintergrund der Ermittlungen sind neu veröffentlichte Dokumente aus den Epstein-Akten des US-Justizministeriums. Diese legen nahe, dass Mandelson während seiner Zeit als Wirtschaftsminister von 2008 bis 2010 vertrauliche Regierungsinformationen an Jeffrey Epstein weitergegeben haben könnte.

Konkret wird ihm vorgeworfen:

  • Die Entscheidung für einen 500-Milliarden-Euro-Rettungsschirm während der Euro-Krise bereits einen Tag vor der offiziellen Verkündung an Epstein weitergegeben zu haben
  • Enge persönliche Verbindungen zu dem verurteilten Sexualstraftäter gepflegt zu haben, die über das bisher Bekannte hinausgehen
  • In einem Geburtstagsbuch für Epstein persönliche Glückwünsche hinterlassen zu haben

Parallelen zum Fall Prinz Andrew

Die Ermittlungen gegen Mandelson zeigen bemerkenswerte Parallelen zum Fall des früheren Prinzen Andrew. Beiden wird Fehlverhalten in einem öffentlichen Amt vorgeworfen – ein rechtlich weit gefasster Vorwurf, der den schwerwiegenden vorsätzlichen Missbrauch oder die Vernachlässigung von Befugnissen umfasst.

Während Prinz Andrew bereits seine Titel und militärischen Ehren verloren hat und möglicherweise auch seinen Platz in der Thronfolge einbüßen könnte, hat Mandelson bereits seinen Sitz im britischen Oberhaus verloren. Die Regierung plant zudem, ihm seinen Lord-Titel zu entziehen.

Politische Folgen und Reaktionen

Oppositionschefin Kemi Badenoch von den Konservativen bezeichnete die Festnahme Mandelsons als „den prägenden Moment“ in der Amtszeit von Premierminister Starmer. Sie sagte gegenüber der BBC: „Zu sehen, wie der Mann, den er auf den höchsten Posten im diplomatischen Dienst berufen hat, von der Polizei festgenommen wird, ist ein Bild, das uns meiner Meinung nach noch viele, viele Jahre begleiten wird.“

Die britischen Medien reagierten auf die Festnahme mit Eilmeldungen und Live-Tickern – ähnlich wie beim Fall Prinz Andrew. Die Times titelte: „Mandelson wegen 'an Epstein weitergegebener Geheimnisse' festgenommen“.

Weitere Ermittlungen laufen

Die Londoner Metropolitan Police bestätigte, dass Durchsuchungen an zwei Adressen durchgeführt wurden. Die Polizei untersucht weiterhin, welche Informationen genau an Jeffrey Epstein geflossen sein könnten und in welchem Umfang Mandelson seine ministeriellen Befugnisse missbraucht haben könnte.

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Jeffrey Epstein, der über Jahre einen pädophilen Missbrauchsring betrieben hatte, beging offiziellen Angaben zufolge 2019 in Haft Suizid. Seine Verbindungen zu prominenten Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Adel sorgen seit Jahren für internationale Schlagzeilen und belasten nun erneut die britische Regierung schwer.