US-Senat bestätigt Ex-Käfigkämpfer Mullin als umstrittenen Heimatschutzminister
Ex-Käfigkämpfer Mullin als Heimatschutzminister bestätigt

Umstrittene Bestätigung: Ex-Kampfsportler übernimmt US-Heimatschutzministerium

Der US-Senat hat am Montag (Ortszeit) eine höchst kontroverse Personalentscheidung getroffen: Markwayne Mullin, ein ehemaliger professioneller MMA-Kämpfer und republikanischer Senator aus Oklahoma, wurde als neuer Heimatschutzminister bestätigt. Der 48-Jährige folgt damit auf Kristi Noem, die Anfang März von Präsident Donald Trump entlassen worden war.

Vom Käfig ins Kabinett: Mullins ungewöhnlicher Werdegang

Markwayne Mullin bringt einen außergewöhnlichen Hintergrund in seine neue Position ein. Zwischen 2006 und 2009 war er als professioneller Mixed-Martial-Arts-Kämpfer aktiv, eine Sportart, die Trump besonders schätzt. Parallel dazu führte er das Familienunternehmen Mullin Plumbing und beschreibt sich selbst als "erfolgreichen Unternehmer, aktiven Kuh- und Kalb-Rancher und seit 28 Jahren stolzen Ehemann" sowie sechsfachen Vater.

Seit 2013 sitzt Mullin im Kongress, zunächst im Repräsentantenhaus und zuletzt im Senat. Dort machte er sich jedoch weniger durch politische Expertise in Sicherheitsfragen einen Namen, sondern vielmehr durch seine impulsive Art. 2023 drohte er einem Gewerkschaftsvertreter während einer Anhörung mit Schlägen, was nur durch das energische Eingreifen von Senator Bernie Sanders verhindert wurde.

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Kritik an der Personalie: "Wutprobleme" und mangelnde Erfahrung

Sogar innerhalb der Republikanischen Partei stößt Mullins Ernennung auf Widerstand. Der republikanische Senator Rand Paul, der dem Ausschuss für Heimatschutz vorsitzt, verweigerte seine Zustimmung und begründete dies mit Mullins "Wutproblemen". Paul hatte Mullin zuvor als "verdammte Schlange" beschimpft, weil er sich mehrfach Trumps Willen widersetzt hatte.

Fachliche Erfahrungen in der Innen- und Sicherheitspolitik bringt Mullin kaum mit. Dennoch lobte Trump ihn in seinem Onlinedienst Truth Social als "Krieger" seiner Maga-Bewegung und prophezeite, Mullin werde "einen spektakulären Heimatschutzminister abgeben". Der Präsident betonte, Mullin werde die US-Grenze sichern, "Mörder und andere Kriminelle" aus dem Land halten und den Drogenhandel beenden.

Herausforderungen im Heimatschutzministerium

Mullin übernimmt ein Ministerium mit einem Budget von rund 115 Milliarden Dollar (etwa 100 Milliarden Euro). Ihm unterstehen die Einwanderungsbehörde ICE und die Grenzschutzbehörde CBP, die seit tödlichen Schüssen ihrer Einsatzkräfte auf zwei US-Bürger in Minneapolis unter massiver Kritik stehen.

Bei seiner Nominierungsanhörung versprach Mullin, ICE von der "Frontlinie" wegzubringen, damit deren Einsätze nicht mehr die Schlagzeilen beherrschen. Die Demokraten im Kongress fordern jedoch deutlich verschärfte Regeln für ICE, unter anderem ein Maskenverbot, um weitere Tote zu verhindern. Weil die Trump-Regierung dies bisher verweigert, ist das Budget des Heimatschutzministeriums teilweise eingefroren.

Politische Bedeutung und historische Dimension

Mullin gehört der Stammesgemeinschaft der Cherokee an und wird damit der einzige indigene Vertreter in Trumps Kabinett sein. Seine Bestätigung erfolgte genau zu dem Zeitpunkt, als Trump bewaffnete ICE-Kräfte an US-Flughäfen patrouillieren lässt, um die Demokraten zum Einlenken bei Budgetverhandlungen zu zwingen.

Die Personalie zeigt deutlich Trumps Prioritäten: Loyalität und Kampfbereitschaft scheinen ihm wichtiger zu sein als fachliche Expertise. Mullin soll zum Monatsende sein Amt antreten und wird dann das Gesicht von Trumps umstrittener Einwanderungspolitik sein, insbesondere der geplanten Massenabschiebungen.

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