Geheimverhandlungen in Islamabad: Hormus-Straße und Reparationen als zentrale Streitpunkte
Während der hochsensiblen Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad dringen nur spärliche Informationen nach außen. Nun hat der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Ismail Baghai, in den frühen Morgenstunden über die sozialen Medien einen detaillierten Einblick in die intensiven Gespräche gegeben.
Ein arbeitsreicher und langer Verhandlungstag
Baghai beschrieb den Samstag als einen "arbeitsreichen und langen Tag" für die iranische Delegation in Islamabad. Die Verhandlungen erstreckten sich von Samstagmorgen bis in die frühen Sonntagsstunden hinein, wobei zwischen beiden Seiten "zahlreiche Nachrichten und Texte" ausgetauscht wurden. Der diplomatische Prozess stehe jedoch vor einer entscheidenden Hürde.
Der Erfolg der Gespräche hänge maßgeblich von der Ernsthaftigkeit und dem guten Willen der amerikanischen Seite ab, betonte der iranische Regierungssprecher. Die USA müssten von überzogenen und unzulässigen Forderungen absehen und die legitimen Rechte sowie Interessen des Irans anerkennen. Baghai dankte ausdrücklich Pakistan für die Ausrichtung der Vermittlungsgespräche.
Zentrale Themen der Verhandlungen
Den iranischen Angaben zufolge konzentrierten sich die Diskussionen auf mehrere Schlüsselthemen:
- Die strategisch bedeutsame Straße von Hormus
- Die kontroverse Atomfrage
- Kriegsreparationen
- Die Aufhebung internationaler Sanktionen
- Ein Ende des anhaltenden Krieges in der Region
Keine Einigung erzielt - US-Delegation kehrt zurück
Kurz nach der Verlautbarung des iranischen Außenministeriums teilte US-Vizepräsident JD Vance nach stundenlangen Gesprächen mit, dass keine Einigung erzielt werden konnte. Die amerikanische Delegation werde nun in die Vereinigten Staaten zurückkehren. Über eine mögliche Fortsetzung der Gespräche äußerte sich der iranische Sprecher nicht.
Medienberichte: Große Differenzen bei den Verhandlungen
Iranische Medien hatten bereits zuvor über erhebliche Differenzen bei den Verhandlungen mit den USA berichtet. Die Nachrichtenagenturen Tasnim und Fars sprachen ebenfalls von "überzogenen Forderungen" der amerikanischen Seite. Konkret wurde die Straße von Hormus als zentraler Streitpunkt identifiziert.
Die Meerenge verbindet den Persischen Golf mit dem Indischen Ozean und stellt damit eine lebenswichtige Handelsroute für die großen Ölförderländer der Region dar. Seit Kriegsbeginn hat der Iran die Kontrolle über diese strategische Seestraße an sich gerissen. US-Präsident Donald Trump hatte ihre Öffnung zur Bedingung für die am vergangenen Mittwoch verkündete, zweiwöchige Waffenruhe gemacht.
Die Verhandlungen in Islamabad markieren einen kritischen Punkt in den bilateralen Beziehungen zwischen den USA und dem Iran. Während beide Seiten den Dialog aufrechterhalten, bleiben die fundamentalen Differenzen insbesondere hinsichtlich der Kontrolle der Hormus-Straße und der wirtschaftlichen Sanktionen unüberbrückbar.



