Hillary Clinton im ARD-Interview: Klare Worte zur Epstein-Affäre
Die ehemalige US-Außenministerin Hillary Clinton hat in der ARD-Talksendung „Maischberger“ deutliche Worte zur Epstein-Affäre gefunden. Das Interview wurde am Montag in Berlin aufgezeichnet und wird an diesem Mittwoch um 22.50 Uhr im Ersten ausgestrahlt. Die 78-jährige Politikerin nutzte die Gelegenheit, um Gerüchte über Kontakte zu dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein entschieden zurückzuweisen.
„Ich habe ihn nie getroffen“ – Clintons klare Aussage
„Ich habe ihn nie getroffen“, betonte Hillary Clinton im Gespräch mit Sandra Maischberger. Sie räumte lediglich ein, dass es möglicherweise eine flüchtige Begegnung gegeben haben könnte: „Jemand sagte, ich hätte ihm einmal bei einem Empfang die Hand geschüttelt, aber daran kann ich mich nicht erinnern.“ Diese Aussage unterstreicht ihre Distanz zu Epstein, der 2019 im Gefängnis starb, nachdem er wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger angeklagt worden war.
Bill Clintons Kontakte: Wohltätigkeitsprojekte als Begründung
Besonders intensiv ging Hillary Clinton auf die Vorwürfe gegen ihren Ehemann Bill Clinton ein. Der frühere US-Präsident war wiederholt wegen seiner Kontakte zu Epstein in den Medien. Sie erklärte: „Mein Mann hat ihn nur getroffen, weil er ein Flugzeug zur Verfügung gestellt hat, um Wohltätigkeitsprojekte zu besuchen, die Bill im Zusammenhang mit HIV/Aids durchgeführt hat.“ Sie betonte, dass dieses Flugzeug-Angebot Jahre vor Epsteins Verurteilung endete.
Die ehemalige First Lady verteidigte ihren Mann weiter: „Er stand ihm nicht nahe.“ Sie wies darauf hin, dass bloße Erwähnungen in den Epstein-Akten oder gemeinsame Fotos keine Beweise für eine enge Beziehung seien. Faktisch ist dokumentiert, dass Bill Clinton mehrmals mit Epsteins Privatflugzeug reiste, unter anderem 2002, als er fotografiert wurde, wie ihm eine spätere Epstein-Anklägerin den Nacken massierte.
Anhörung vor US-Kongressausschuss geplant
Ende Februar sollen sowohl Hillary als auch Bill Clinton vor einem US-Kongressausschuss zu den sogenannten Epstein-Files aussagen. Hillary Clinton zeigte sich dabei kämpferisch: „Wir haben nichts zu verbergen, wir haben gesagt, dass wir öffentlich aussagen werden. Das würden wir sogar vorziehen. Wir wollen Transparenz. Sonnenlicht ist das beste Desinfektionsmittel.“ Diese Haltung unterstreicht ihren Willen zur Aufklärung in der kontroversen Affäre.
Angriff auf Donald Trump und dessen Regierung
Nicht nur die eigene Verteidigung stand im Mittelpunkt des Interviews. Hillary Clinton ging auch frontal auf den amtierenden US-Präsidenten Donald Trump und sein Team los. Sie warf ihnen vor, die Aufklärung im Fall Epstein gezielt zu blockieren: „Das ist ein bewusster Versuch, Trump zu schützen.“ Sie fügte hinzu: „Die Art und Weise, wie diese Regierung versucht hat, diese Akten zu verbergen, sich über das Gesetz hinwegzusetzen, lässt mich vermuten, dass sie etwas zu verbergen hat.“
Diese Aussagen zeigen, wie die Epstein-Affäre auch innenpolitisch instrumentalisiert wird. Die Demokratin nutzte die Plattform bei Maischberger, um politische Gegner unter Druck zu setzen und gleichzeitig die eigene Position zu stärken.
Historischer Kontext und anhaltende Debatten
Die Epstein-Akten, die im Dezember 2025 veröffentlicht wurden, haben weltweit für Aufsehen gesorgt. Sie enthalten zahlreiche Namen bekannter Persönlichkeiten, darunter auch Bill Clinton. Hillary Clinton hatte bereits zuvor im „Spiegel“ betont, dass bloße Erwähnungen in den Dokumenten nicht zu voreiligen Schlüssen führen sollten: „Tausende, teils sehr bekannte Menschen, werden in den Akten erwähnt. Eine Erwähnung sollte nicht dazu verleiten, irgendwelche Schlüsse zu ziehen, denn dafür braucht es Beweise.“
Die anstehende Aussage vor dem Kongressausschuss wird mit Spannung erwartet. Sie könnte neue Details ans Licht bringen und die Debatte über Epsteins Netzwerk weiter anheizen. Hillary Clintons Auftritt bei Maischberger diente dabei als strategische Vorbereitung, um die öffentliche Wahrnehmung zu steuern und Kritikern entgegenzutreten.



