Hillary Clinton stellt sich schützend vor ihren Ehemann in Epstein-Skandal
Die ehemalige US-Außenministerin Hillary Clinton (78) hat sich in einem aktuellen Interview deutlich zu den Vorwürfen in der Epstein-Affäre geäußert und dabei ihren Ehemann, den früheren US-Präsidenten Bill Clinton (79), entschieden in Schutz genommen. Das seit 1975 verheiratete Paar war bereits mehrfach in politische und private Skandale verwickelt, doch die aktuelle Epstein-Debatte stellt eine besondere Herausforderung dar.
„Eine Erwähnung beweist nichts“
Im Gespräch mit der „BBC“ betonte Hillary Clinton nachdrücklich: „Wir haben nichts zu verbergen.“ Gegenüber dem „Spiegel“ relativierte sie die Verbindungen zwischen ihrem Mann und dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (†66). „Tausende, teils sehr bekannte Menschen, werden in den Akten erwähnt. Eine Erwähnung sollte nicht dazu verleiten, irgendwelche Schlüsse zu ziehen, denn dafür braucht es Beweise“, erklärte die ehemalige First Lady. Gemeinsame Fotos und Flugdaten würden ihrer Ansicht nach keine Beweiskraft besitzen: „Er stand ihm nicht nahe.“
Bill Clintons Epstein-Kontakte
Tatsächlich ist dokumentiert, dass Bill Clinton mehrfach mit der privaten Boeing des verurteilten Sexualstraftägers geflogen ist. Besonders brisant: 2002 wurde der ehemalige Präsident fotografiert, wie ihm Chauntae Davies, damals 22 Jahre alt und später eine zentrale Epstein-Anklägerin, den Nacken massierte. Bill Clinton bestreitet jedoch jegliche Kenntnis von Epsteins Verbrechen und verweist auf lediglich vier angebliche „Stiftungsreisen“.
Hillary Clinton präzisierte im ARD-Interview mit Sandra Maischberger: „Ich habe ihn nie getroffen.“ Allerdings schloss sie nicht vollständig aus, Epstein begegnet zu sein. „Jemand sagte, ich hätte ihm einmal bei einem Empfang die Hand geschüttelt, aber daran kann ich mich nicht erinnern.“ Das vollständige Interview wird in der Sendung „Maischberger“ am Mittwoch ausgestrahlt.
Anhörungen vor dem US-Kongress stehen bevor
Die Frage nach der Wahrheit könnte bald klarer werden: Am 26. Februar wird Hillary Clinton vor dem Aufsichtsausschuss des US-Repräsentantenhauses erscheinen, nur einen Tag bevor ihr Ehemann als erster ehemaliger US-Präsident aussagen wird. Bisher bleibt Hillary Clinton bei ihrer Position. Gegenüber der „BBC“ erklärte sie: „Wir werden erscheinen, aber wir halten es für besser, dies öffentlich zu tun, anstatt hinter verschlossenen Türen auszusagen. Wir haben nichts zu verbergen. Wir haben wiederholt die vollständige Freigabe dieser Akten gefordert.“
Vorwürfe gegen die Trump-Regierung
Während die Clintons Transparenz beteuern, richtet Hillary Clinton schwere Vorwürfe gegen die aktuelle US-Regierung unter Donald Trump. Diese habe alles versucht, um die Veröffentlichung der Epstein-Akten zu verhindern. „Das lässt mich vermuten, dass sie etwas zu verbergen haben“, sagte Clinton in der „Maischberger“-Sendung. Damit weist sie die Kritik an ihrer Familie entschieden zurück und kontert mit eigenen Anschuldigungen gegen politische Gegner.
Die Epstein-Affäre beschäftigt die US-Politik seit Jahren und hat zahlreiche prominente Persönlichkeiten in Mitleidenschaft gezogen. Die bevorstehenden Aussagen der Clintons vor dem Kongress könnten neue Erkenntnisse bringen, doch bis dahin beharren beide auf ihrer Unschuld und betonen ihre Kooperationsbereitschaft bei der Aufklärung des Falls.



