Hisbollah greift Nordisrael mit international geächteter Streumunition an
Die libanesische Hisbollah-Miliz hat am Montag die israelische Grenzstadt Kiriat Schmona im Norden des Landes mit Raketen angegriffen, die mit international geächteter Streumunition bestückt waren. Das Geschoss detonierte in unmittelbarer Nähe eines Kinderspielplatzes, wie ein israelischer Polizeisprecher bestätigte.
Angriff auf Wohngebiet mit heimtückischer Waffe
„Vor kurzer Zeit haben Hisbollah-Terroristen ihre Version von Raketen mit Streumunition auf ein Wohngebiet im Norden abgefeuert“, erklärte der Sprecher. Die Rakete mit Streumunition, auch als Clustermunition bekannt, zerbrach über dem Ziel in der Luft und verteilte zahlreiche Submunitionen über ein großes Gebiet. Diese als Bomblets bezeichneten Sprengkörper stellen eine besonders heimtückische Waffe dar, da sie auch lange nach dem Einsatz noch explodieren können und somit eine anhaltende Gefahr für die Zivilbevölkerung darstellen.
Sprengstoffexperten der israelischen Sicherheitskräfte haben umgehend die Munitionsteile gesichert und eingesammelt sowie das betroffene Gebiet abgeriegelt. Die Hisbollah selbst gab in einer Erklärung an, israelische Soldaten in Kiriat Schmona mit Drohnen angegriffen zu haben.
Historischer Einsatz verbotener Waffen
Bereits im Jahr 2006 dokumentierte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch den ersten Einsatz dieser international verbotenen Waffe durch die Hisbollah gegen Israel. In jüngerer Zeit hatte vor allem der mit der Hisbollah verbündete Iran diese weltweit geächtete Munition gegen Israel eingesetzt – sowohl im aktuellen Konflikt als auch im vergangenen Jahr.
Israelische Gegenmaßnahmen und Festnahmen
Parallel zu dem Raketenangriff verkündete Israel am Montag, dass die Armee mehrere Hisbollah-Mitglieder im Südlibanon festgesetzt und nach Israel gebracht habe. Laut israelischen Angaben sollen die Festgenommenen versucht haben, eine Rakete auf israelische Soldaten abzufeuern und einen Stützpunkt für Raketenangriffe auf Israel aufzubauen.
Bei der Festnahme stellten die israelischen Truppen große Mengen an Waffen und militärischer Ausrüstung sicher. Diese Entwicklung unterstreicht die anhaltende Eskalation im Grenzgebiet zwischen Israel und dem Libanon.
Der Angriff mit Streumunition auf ein Wohngebiet in der Nähe eines Spielplatzes markiert eine weitere gefährliche Zuspitzung des Konflikts. Die internationale Gemeinschaft hat Clustermunition durch die Oslo-Konvention von 2008 verboten, doch nicht alle Staaten – darunter weder Israel noch der Libanon – haben das Abkommen unterzeichnet.



