Naher Osten in Flammen: Hisbollah greift Israel an - Eskalation nach Chameneis Tod
Der Konflikt im Nahen Osten hat sich nach der Tötung des iranischen Staatsoberhaupts Ajatollah Ali Chamenei dramatisch ausgeweitet. In der Nacht feuerte die libanesische Hisbollah-Miliz mehrere Raketen auf Israel ab und tritt damit offen an der Seite Teherans in den Kampf gegen den Erzfeind ein. Israel reagierte umgehend mit heftigen Bombardements in südlichen Vororten der Hauptstadt Beirut sowie anderen Teilen des nördlichen Nachbarlandes. Parallel dazu startete die israelische Luftwaffe nach Armeeangaben eine neue Angriffswelle im Herzen Teherans. Auch das US-Militär setzt seine Attacken im Iran fort, wie Präsident Donald Trump bestätigte.
Erster Angriff seit Waffenruhe
Es handelt sich um den ersten Raketenangriff der Hisbollah auf Israel seit Beginn einer Waffenruhe im November 2024. Die vom Iran unterstützte Schiiten-Miliz begründete ihre Aktion mit der Tötung Chameneis bei einem israelischen Luftangriff am Samstag in Teheran. Nach israelischen Armeeangaben konnte eine Rakete abgefangen werden, während andere in offenem Gelände einschlugen. Der israelische Generalstabschef Ejal Zamir warnte in der Nacht, die Hisbollah trage „die volle Verantwortung für jede Eskalation“.
Israelische Vergeltung und Warnungen
Als Reaktion griff Israels Armee in Beirut ranghohe Mitglieder der Hisbollah an, ein weiteres Ziel wurde im Süden des Libanons getroffen. Der zuständige israelische Kommandeur Rafi Milo kündigte an, die Angriffe im Libanon würden fortgesetzt und „ihre Intensität wird zunehmen“. Obwohl die Hisbollah seit Ende 2024 stark geschwächt ist, verfügt sie nach wie vor über beträchtliche militärische Fähigkeiten, was die Lage zusätzlich verschärft.
Eskalation weitet sich auf Irak aus
Eine weitere mit dem Iran verbündete Miliz im Irak meldete einen Angriff auf einen US-Stützpunkt in Bagdad. Die Gruppe Saraja Aulija al-Dam gab an, am frühen Morgen den Stützpunkt nahe dem Flughafen mit einer Drohne attackiert zu haben, ebenfalls als Vergeltung für Chameneis Tod und zur Unterstützung des Irans. Offizielle Bestätigungen von irakischer Seite oder vom US-Militär liegen bisher nicht vor, doch zeigt dies, wie sich die Krise zunehmend auf die gesamte Region auswirkt.
Massive US- und israelische Angriffe im Iran
Seit Samstag führen Israel und die USA koordinierte Angriffe auf Ziele im Iran durch. Allein in den ersten 24 Stunden griff das US-Militär nach eigenen Angaben über 1.000 Ziele an, darunter:
- Das Hauptquartier der Revolutionsgarden
- Luftabwehrsysteme und Kriegsschiffe
- U-Boote und militärische Kommunikationseinrichtungen
- Kommandozentren sowie Stellungen mit ballistischen Raketen
Das Regionalkommando Centcom betonte die Intensität dieser Operationen, die darauf abzielen, die iranische Militärinfrastruktur zu schwächen.
Reaktionen der Golfstaaten und internationaler Druck
Der Iran reagierte mit Gegenangriffen auf Israel und Golfstaaten, in denen die USA Stützpunkte unterhalten. Die Staaten des Golfkooperationsrats, darunter Saudi-Arabien, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate, verurteilten diese Angriffe als „ungerechtfertigt“ und kündigten alle nötigen Maßnahmen zur Sicherung der Stabilität an. Bislang beschränkten sich diese Staaten auf Abwehrmaßnahmen, doch drohen sie nun mit Vergeltung.
Die Vereinigten Arabischen Emirate zogen ihr diplomatisches Personal aus Teheran ab und meldeten die Abwehr von 152 ballistischen Raketen und 506 Drohnen. In Bahrain führte eine abgefangene Rakete zu einem tödlichen Zwischenfall auf einem Schiff. Deutschland, Frankreich und Großbritannien forderten den Iran in einer gemeinsamen Erklärung auf, die Angriffe zu stoppen, und behielten sich militärische Abwehrmaßnahmen vor.
Fortdauer der Kampfhandlungen
US-Präsident Trump erklärte, die Kampfhandlungen würden „mit voller Kraft fortgesetzt“, bis alle Ziele erreicht seien. Das US-Militär setzt dabei auch Tarnkappenbomber vom Typ B-2 ein, um gut geschützte iranische Raketeneinrichtungen zu treffen. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi betonte hingegen, dezentralisierte Verteidigungsstrukturen ermöglichten es seinem Land, den Krieg nach Belieben in die Länge zu ziehen, was auf einen langwierigen Konflikt hindeutet.
Die Situation bleibt äußerst angespannt, mit weiterhin andauernden Angriffen und der Gefahr einer weiteren Ausweitung des Konflikts in der gesamten Nahost-Region.



