Iran-Eliten wütend auf Präsident Peseschkian: Machtkampf nach umstrittener Entschuldigung
Iran-Eliten wütend auf Präsident Peseschkian nach Entschuldigung

Iran-Eliten wütend auf Präsident Peseschkian: Machtkampf nach umstrittener Entschuldigung

Seit Tagen feuert der Iran Raketen und Drohnen auf seine Nachbarländer, was selbst ehemalige Verbündete auf Distanz gehen ließ. Der außenpolitische Druck wurde so groß, dass sich Präsident Massud Peseschkian (71) nun öffentlich entschuldigen musste. Er sprach von einer „chaotischen Situation“ und führungslosen Soldaten nach dem Tod ihrer Kommandanten – eine bemerkenswerte Wendung im Iran-Konflikt.

Empörung über „erniedrigende“ Entschuldigung

Diese Entschuldigung könnte für Peseschkian jedoch zum eigenen Problem werden. Auf der Plattform X griff der Abgeordnete Dschalah Raschidi-Kutschi den Präsidenten direkt an: „Bei allem Respekt, eine Entschuldigung wird ausgesprochen, wenn ein Fehler gemacht wurde. Aber wir haben keinen Fehler gemacht.“ Sein Kollege Mohammad Manan-Raisi bezeichnete die Entschuldigung als „befremdlich“ und kritisierte: „Die Angriffe unserer Streitkräfte geben keinerlei Anlass für eine derart erniedrigende Entschuldigung Ihrerseits.“

Historischer Konflikt zwischen Pragmatikern und Extremisten

Der Konflikt zwischen vermeintlichen Pragmatikern und extremistischen Kräften ist fast so alt wie die Islamische Republik selbst. Seit der Tötung von Ali Chamenei tritt er jedoch offener zutage denn je. Während direkte Gespräche mit US-Präsident Donald Trump (79) derzeit selbst für moderate Kräfte tabu erscheinen, versucht Peseschkian zumindest den Dialog mit den Nachbarländern aufrechtzuerhalten.

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Dafür erntet er Spott aus regimenahen Medien. Das islamistische Portal Raja News kommentierte sarkastisch: „Nehmt ihm einfach das Mikrofon weg.“ Der israelische Iran-Experte Danny Citrinowicz beobachtet bereits eine „Entkoppelung“ zwischen den politischen Führern und dem Sicherheitsapparat. Denn kurz nach Peseschkians Worten flogen erneut Raketen in Nachbarstaaten – ein Zeichen dafür, dass der Präsident seine Position nicht durchsetzen kann, selbst wenn er es ernst meint.

Dreiköpfiger Rat unter Druck

Offiziell führt Peseschkian das Land gemeinsam mit Justizchef Gholamhossein Mohseni-Esche'i (69) und dem Geistlichen Alireza Arafi (67). Doch der dreiköpfige Rat steht unter wachsendem Druck:

  • Die mächtigen Großajatollahs fordern eine schnelle Bestimmung eines neuen Obersten Führers.
  • Die Militärs der Revolutionsgarde würden den Iran am liebsten in eigener Hand sehen.

In beiden Szenarien müsste Peseschkian in die zweite Reihe zurücktreten. Bereits am kommenden Sonntag soll das Parlament über den neuen Führer entscheiden – ein entscheidender Moment für die Zukunft des Landes.

Die jüngsten Entwicklungen zeigen deutlich, wie tief die Gräben innerhalb der iranischen Elite sind. Während Peseschkian versucht, diplomatische Brücken zu bauen, sehen Hardliner darin einen Akt der Schwäche. Die kommenden Tage werden zeigen, ob der Präsident seine Position behaupten kann oder ob die extremistischen Kräfte die Oberhand gewinnen.

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