Iran öffnet Straße von Hormus unter Bedingungen - USA halten eigene Blockade aufrecht
Iran öffnet Hormus-Straße - USA halten Blockade

Iran öffnet Straße von Hormus unter strengen Auflagen

Nach wochenlanger Sperrung im Zuge des Iran-Kriegs hat die Regierung in Teheran angekündigt, die strategisch wichtige Straße von Hormus wieder für den Schiffsverkehr zu öffnen. Allerdings gelten dabei klare Einschränkungen: Die Passage ist nur auf einer von der Islamischen Republik vorgegebenen Route erlaubt und ausschließlich während der andauernden Waffenruhe mit den USA und Israel, die am Mittwoch, dem 22. April 2026, endet.

USA beharren auf eigener Seeblockade

Während der Iran diese begrenzte Öffnung verkündet, halten die Vereinigten Staaten an ihrer eigenen Seeblockade fest. US-Präsident Donald Trump betonte auf Truth Social, dass die Blockade gegen den Iran „bis zum vollständigen Abschluss unserer Vereinbarungen mit dem Iran in vollem Umfang bestehen“ bleibt. Diese Blockade betrifft ausschließlich Schiffe mit einem Start- oder Zielhafen im Iran, während die Straße ansonsten für den internationalen Handel offen sei.

Irans Außenminister Abbas Araghtschi erklärte auf der Plattform X, dass Handelsschiffe die Meerenge während der verbleibenden Waffenruhe passieren dürfen. Unklar bleibt jedoch, ob für die Durchfahrt Mautgebühren an den Iran gezahlt werden müssen. Hunderte Tanker und Frachtschiffe liegen derzeit im Persischen Golf fest, teilweise aufgrund hoher Versicherungspolicen wegen des Kriegsrisikos.

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Ölpreise stürzen nach Ankündigung ab

Die Nachrichten über eine mögliche Freigabe der Schifffahrtsroute führten zu einem deutlichen Einbruch der Ölpreise. Ein Barrel der Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juni fiel um mehr als acht Prozent auf 91,11 US-Dollar, zeitweise sogar unter die Marke von 90 Dollar. Beim US-Rohöl der Sorte WTI gab es einen noch stärkeren Rückgang um über neun Prozent auf 85,90 Dollar je Barrel.

Der Iran-Krieg und die daraus resultierende Blockade der Straße von Hormus hatten den Preis für Brent-Rohöl im März zeitweise auf knapp 120 Dollar je Barrel getrieben, verglichen mit etwa 70 Dollar vor Kriegsbeginn am 28. Februar. Die aktuelle Waffenruhe gilt seit dem 8. April, und internationale Bemühungen unter Vermittlung Pakistans zielen darauf ab, diese Feuerpause zu verlängern.

Hintergrund: Libanon-Waffenruhe als Auslöser

Als Grund für die Öffnung nannte Araghtschi die Waffenruhe im Libanon, die in der Nacht zum Freitag in Kraft trat. Dort hatten sich proiranische Hisbollah-Milizen sechs Wochen lang Gefechte mit der israelischen Armee geliefert. Die libanesische Regierung und die regulären Streitkräfte betonten mehrfach, nicht direkt an diesen Kampfhandlungen beteiligt gewesen zu sein.

Die Entwicklung unterstreicht die fragile Lage in der Region und die wirtschaftlichen Auswirkungen des Konflikts. Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Handelsrouten für Öl aus den Fördergebieten am Persischen Golf, und ihre Sperrung hatte globale Märkte in Aufruhr versetzt.

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