Widersprüchliche Signale im Iran-Konflikt: Trump setzt Angriffe aus, doch Kämpfe gehen weiter
Die Lage im Nahen Osten bleibt äußerst angespannt, während US-Präsident Donald Trump trotz gegenteiliger Signale aus dem Iran Hoffnung auf ein mögliches Abkommen zur Beendigung des Krieges verbreitet. Gleichzeitig gehen die Kämpfe vorerst unvermindert weiter, wie aktuelle Berichte zeigen.
Angriffspause bei Kraftwerken, aber Raketen fliegen weiter
Trump hatte ultimativ angedrohte Angriffe auf iranische Kraftwerke verschoben und dies als Ergebnis „sehr guter und produktiver Gespräche“ in den vergangenen Tagen bezeichnet. Ursprünglich hatte er Teheran eine Frist gesetzt, die strategisch wichtige Straße von Hormus zu öffnen – andernfalls wollte er Irans Kraftwerke zerstören lassen. Stattdessen will er nun weitere fünf Tage auf Attacken gegen Kraftwerke und Energieinfrastruktur verzichten, wie er auf seiner Plattform Truth Social schrieb.
Doch parallel dazu meldeten Israel, Saudi-Arabien und Bahrain erneut Beschuss durch Drohnen und Raketen. Israels Luftabwehr war in der Nacht wegen gleich mehrerer Raketenangriffe des Erzfeindes im Einsatz. Israel setzt wiederum seine Attacken im Iran und im Libanon fort, wie Regierungschef Benjamin Netanjahu ankündigte.
Verhandlungen im Hintergrund – oder Fake News?
Trump hatte zuvor erklärt, man werde voraussichtlich am Montag (Ortszeit) mit der iranischen Seite telefonieren. Aus Teheran gab es dafür keine Bestätigung. Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf dementierte sogar, dass es Verhandlungen mit den USA gegeben habe. Er sprach von „Fake News“, die genutzt würden, um die Finanz- und Ölmärkte zu manipulieren.
Nach Informationen des US-Nachrichtenportals „Axios“ hatten jedoch Ägypten, Pakistan und die Türkei am Sonntag zwischen den USA und Iran vermittelt und dabei versucht, für Montag ein Telefonat zwischen Ghalibaf und Trumps Team zu arrangieren. Die vermittelnden Länder versuchten, ein Treffen in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad zu ermöglichen. Daran würden Ghalibaf und andere Beamte als Vertreter Teherans sowie auf US-Seite der Sondergesandte Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner teilnehmen – möglicherweise noch in dieser Woche.
Netanjahu: Trump sieht Chance für Abkommen
Israels Ministerpräsident Netanjahu sagte nach den von den USA verkündeten Gesprächen mit dem Iran in einer Videobotschaft: „Präsident Donald Trump ist überzeugt, dass es eine Chance gibt, die enormen Erfolge, die wir mit dem US-Militär erzielt haben, zu nutzen, um die Kriegsziele durch ein Abkommen zu verwirklichen.“ Nach Trumps Darstellung wurde man sich mit dem Iran in rund 15 Punkten einig.
Der US-Präsident betonte: „Sie werden nie Atomwaffen haben. Sie haben dem zugestimmt.“ Die USA und Israel begründen ihren Krieg unter anderem mit dem Ziel, den Iran am Bau von Atomwaffen hindern zu wollen. Teheran bestreitet solche Absichten. Die USA wollten das angereicherte Uran, das sich im Iran befinde, übernehmen, führte Trump weiter aus.
Israel setzt Bodeneinsätze im Libanon fort
Trotz der diplomatischen Bemühungen setzt Israel seine militärischen Aktionen fort. Die Armee führt eigenen Angaben zufolge im Süden des nördlichen Nachbarlands Libanon „gezielte Bodeneinsätze“ durch. Dabei seien am Sonntag mehrere bewaffnete Miliz-Mitglieder gefangen genommen und „zur weiteren Befragung“ nach Israel gebracht worden.
Anfang März hatte die mit dem Iran verbündete Hisbollah-Miliz in den Krieg eingegriffen und Israel wieder mit Raketen angegriffen. Israels Armee begann daraufhin nach eigenen Angaben „begrenzte und gezielte Bodeneinsätze“. Deutschland und andere Länder warnen vor einer größeren Bodenoffensive, die auch viele Libanesen fürchten.
Die widersprüchlichen Signale aus Washington und Teheran lassen die internationale Gemeinschaft in Ungewissheit zurück. Während Trump optimistisch auf ein Abkommen blickt, deuten die anhaltenden Kämpfe und Dementis aus dem Iran auf eine komplexe und volatile Situation hin, die weiterhin sorgfältig beobachtet werden muss.



