Iran-Krieg eskaliert: Angriffe weiten sich auf Libanon, Golfstaaten und Indischen Ozean aus
Iran-Krieg eskaliert: Angriffe weiten sich auf weitere Regionen

Iran-Krieg weitet sich aus: Neue Angriffe in mehreren Regionen

Die israelischen Streitkräfte haben Ziele im Libanon angegriffen, während sich der Konflikt mit dem Iran weiter ausbreitet. Nach den gemeinsamen Angriffen der USA und Israels auf den Iran hat sich die Gewalt auf mehrere Regionen ausgeweitet, darunter den Libanon, die Golfstaaten, den Irak und sogar den Indischen Ozean. Ein Ende der Auseinandersetzungen ist derzeit nicht absehbar.

Eskalation in der gesamten Region

In der Nacht auf Donnerstag setzten die USA und Israel ihre Angriffe auf den Iran fort. Gleichzeitig griff Teheran erneut kurdische Gruppen im benachbarten Irak an, und das israelische Militär bombardierte weiterhin Ziele im Libanon. Die Befürchtungen wachsen, dass Israel möglicherweise eine Bodenoffensive in seinem nördlichen Nachbarland starten könnte.

Die iranischen Streitkräfte feuerten nach eigenen Angaben drei Raketen auf das Hauptquartier oppositioneller kurdischer Verbände im Irak ab. Der regierungstreue Sender Press TV veröffentlichte Videos, die angeblich Einschläge in den Stellungen "anti-iranischer Separatisten" zeigen. US-Medien berichteten zuletzt, dass Präsident Donald Trump erwäge, kurdische Gruppen für einen Aufstand gegen Irans Regierung zu bewaffnen, was das Weiße Haus jedoch zurückwies.

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Experte warnt vor Regionalisierung des Konflikts

"Iran versucht, den Konflikt zu regionalisieren", erklärt Ali Vaez, Leiter des Iran-Programms der International Crisis Group. "Die Angriffe auf die Golfstaaten und US-Stützpunkte zeigen, dass Teheran davon ausgeht, die beste Option sei, die Kosten für Washington und seine Verbündeten so schnell wie möglich zu erhöhen."

Eine besonders besorgniserregende Entwicklung war das Abfeuern einer ballistischen Rakete auf die Türkei am Mittwoch, die eine neue Eskalationsstufe darstellte. Das iranische Geschoss hätte den wichtigen Nato-Luftwaffenstützpunkt Incirlik treffen sollen, wie die "New York Times" unter Berufung auf US-Militärkreise berichtete. Die Rakete wurde von einem Nato-Abwehrsystem erfolgreich abgefangen.

Warnung vor möglicher Migrationskrise

Amy Pope, Chefin der UN-Organisation für Migration (IOM), warnte Europa vor einer sich binnen Tagen entwickelnden Migrationskrise. "Schauen Sie sich das Beispiel der Ukraine an, wo innerhalb weniger Tage Millionen Menschen die Grenze überquert haben", sagte Pope im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel.

Bei Konflikten in der Nähe Europas sei es entscheidend, die Migrationsbewegungen genau zu beobachten. "Wir sehen Menschen, die innerhalb des Landes vertrieben werden. Wir beobachten, ob und wann diese Vertreibung auf andere Länder übergreifen wird", erklärte die US-Amerikanerin. Entscheidend sei, ob der Konflikt andauere, sich ausweite und dabei zivile Infrastruktur getroffen werde, was zu mehr Fluchtbewegungen führen könnte.

Internationale Reaktionen und maritime Zwischenfälle

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron rief den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu dazu auf, von einer Bodenoffensive im Libanon abzusehen. Es sei wichtig, dass die territoriale Integrität des Libanon gewahrt bleibe und die proiranische Hisbollah-Miliz ihre Angriffe auf Israel einstelle, teilte Macron nach Gesprächen mit Netanjahu und dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun mit.

Israels Armee bezeichnete ihr Vorgehen gegen iranische Stellungen mit ballistischen Raketen als erfolgreich. "Wir glauben, dass unsere Einsätze gegen diese Raketenwerfer und gegen die Raketenbestände wesentlich dazu beigetragen haben, dass die Anzahl der täglich abgefeuerten Raketen zurückgeht", sagte Militärsprecher Nadav Schoschani. Dennoch wurde in der Nacht auf Donnerstag in Israel erneut mindestens dreimal Raketenalarm ausgelöst.

Vor der Küste von Kuwait im Persischen Golf kam es zu einer Explosion an einem Tanker. Der Kapitän des etwa 55 Kilometer südöstlich von Mubarak al-Kabir vor Anker liegenden Schiffs habe eine große Explosion an der Backbordseite bemerkt, bevor ein kleines Boot davongefahren sei, berichtete die britische Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO). Öl aus dem Ladetank laufe ins Meer aus, während die Besatzung unverletzt blieb.

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Auswirkungen auf Schifffahrt und Diplomatie

Die Eskalation hat dazu geführt, dass durch die strategisch bedeutende Meerenge von Hormus aktuell kaum mehr Öltanker und Schiffe mit Flüssiggas fahren, was bereits zu steigenden Weltmarktpreisen geführt hat. Im Persischen Golf, der Straße von Hormus und dem Golf von Oman wurden in letzter Zeit immer wieder Schiffe von Geschossen getroffen.

Die Umgebung der US-Botschaft in Katar wurde vorsorglich evakuiert. Die Bewohner der umliegenden Gebäude seien vorübergehend in Sicherheit gebracht worden, teilte das Innenministerium des Golfstaats mit. Seit Beginn des Iran-Kriegs am Samstag feuern die iranischen Streitkräfte regelmäßig Raketen und Drohnen auf Katar ab.

Der Konflikt, der erst vor einer Woche begann, zieht immer weitere Kreise und bedroht die Stabilität in der gesamten Region. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklungen mit großer Sorge, während die beteiligten Parteien ihre militärischen Operationen fortsetzen.