Iran-Krieg: Kein Ende in Sicht trotz US-israelischer Angriffe und iranischer Gegenwehr
Rund drei Wochen nach Beginn der amerikanisch-israelischen Militäroffensive gegen den Iran zeigt sich die Führung in Teheran weiterhin kampfbereit. In der Nacht feuerten iranische Streitkräfte erneut Raketensalven auf Israel ab und griffen mehrere Golfstaaten an, die US-Militärstützpunkte beherbergen. Dies geschieht, obwohl US-Präsident Donald Trump vor etwa zwei Wochen verkündete: „Wir haben gewonnen.“
Eskalation der Angriffe und harte Warnungen
Israels Luftwaffe startete nach der Abwehr der iranischen Raketen eine neue Angriffswelle gegen Ziele im Iran. Das Militär gab bekannt, die Angriffe zielten auf „Infrastruktur des iranischen Terrorregimes“ ab. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu behauptete laut „Times of Israel“, der Iran sei „schwächer denn je“ und könne weder Uran anreichern noch ballistische Raketen herstellen. Dennoch betonte er, die Angriffe würden fortgesetzt, „so lange dies notwendig ist“.
Irans Außenminister Abbas Araghtschi warnte Israel vor einer härteren Reaktion, sollte die iranische Infrastruktur erneut angegriffen werden. Als Vergeltung für israelische Bombardements des Gasfelds „South Pars“ attackierte der Iran Flüssiggasanlagen im katarischen Industriegebiet Ras Laffan.
Kampf um die Straße von Hormus und steigende Ölpreise
Die USA setzen laut Informationen des „Wall Street Journal“ verstärkt tief fliegende Kampfflugzeuge und Apache-Kampfhubschrauber ein, um iranische Kriegsschiffe und Drohnen zu bekämpfen und die Straße von Hormus zu öffnen. Diese Meerenge ist entscheidend für den internationalen Transport von Öl und Flüssiggas. Experten wie Farzin Nadimi vom Washington Institute for Near East Policy schätzen, dass der Iran über große Bestände an Minen, Marschflugkörpern und versteckten Booten verfügt, was die Operationen erschwert.
Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind gravierend: Beamte in Saudi-Arabien gehen davon aus, dass die Ölpreise auf über 180 Dollar pro Barrel steigen könnten, wenn die Versorgungsengpässe bis Ende April anhalten. Vor Kriegsbeginn lag der Preis bei etwa 70 Dollar pro Barrel.
Internationale Reaktionen und Forderungen
Deutschland und wichtige europäische Verbündete sowie Japan verurteilten die iranische Blockade der Straße von Hormus in einer gemeinsamen Erklärung. Sie forderten Teheran auf, die Sperrung durch Drohgebärden, Minenverlegung und Raketenangriffe sofort zu beenden. Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union riefen bei einem Gipfel in Brüssel zu einem Aussetzen der Angriffe auf Energie- und Wasseranlagen in der Region auf und appellierten an alle Parteien zur Deeskalation.
Fortgesetzte iranische Gegenangriffe und regionale Spannungen
Der Iran griff in der Nacht erneut mehrere Golfstaaten an. Kuwait, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten die Abwehr von Raketen und Drohnen. In Bahrain geriet ein Lagerhaus durch herabfallende Trümmer in Brand, Verletzte wurden nicht gemeldet. Katars Ministerpräsident Mohammed bin Abdulrahman rief den Iran auf, die Angriffe einzustellen, um die Region nicht in einen „gefährlichen Strudel“ zu ziehen.
Militärische Lage und Aussichten
Sardar Dschabari, Berater des Kommandeurs der iranischen Revolutionsgarden, betonte, Irans Lager seien weiterhin voll mit Raketen und Drohnen. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth vermied eine Prognose zur Kriegsdauer und verteidigte Finanzierungsanträge mit den Worten: „Es kostet Geld, Bösewichte zu töten.“ Trotz Trumps Aussage, es gebe im Iran „praktisch nichts mehr, was man angreifen könnte“, deutet nichts auf ein baldiges Kriegsende hin.



