Trotz massiver Angriffe: Irans Machthaber demonstrieren ungebrochene Stärke
Iran zeigt trotz Angriffen ungebrochene Stärke

Trotz massiver Angriffe: Irans Machthaber demonstrieren ungebrochene Stärke

Teheran/Washington/Tel Aviv • Auch nach fast zwei Wochen massiver Luftangriffe durch die USA und Israel zeigt sich die iranische Führung erstaunlich widerstandsfähig. Die Machthaber in Teheran demonstrieren weiterhin Stärke und sind zu Gegenschlägen sowie zur Störung der globalen Ölversorgung in der Lage. Bei neuen Raketensalven auf Israel wurden in der Nacht etwa 30 Menschen im arabischen Ort Zarzir laut Medienberichten überwiegend leicht verletzt. Parallel dazu wurde bei einem Drohnenangriff auf im Irak stationierte französische Truppen ein Soldat getötet und sechs weitere verletzt, wie das Verteidigungsministerium in Paris mitteilte. Die Urheberschaft dieses Angriffs blieb jedoch zunächst unklar.

Strategische Blockade: Straße von Hormus bleibt geschlossen

Die iranischen Revolutionsgarden halten konsequent an ihrer Blockade der Straße von Hormus im Persischen Golf fest. Diese strategisch wichtige Meerenge ist für den weltweiten Ölexport von entscheidender Bedeutung. Die Kommandozentrale der Garden erklärte laut der ihr nahestehenden Nachrichtenagentur Fars, dass sie einer direkten Anweisung des neuen Religionsführers Modschtaba Chamenei folge. Infolge dieser Blockade ist der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus nahezu vollständig zum Erliegen gekommen.

Die USA sind nach Angaben von Energieminister Chris Wright derzeit noch nicht in der Lage, Tanker durch die enge Meerenge zu eskortieren. „Wir sind einfach noch nicht bereit“, sagte Wright dem Sender CNBC. Alle militärischen Ressourcen der USA seien momentan darauf konzentriert, die offensiven Fähigkeiten des Irans zu zerstören. Wright äußerte die Hoffnung, dass die US-Marine bis Ende des Monats einige Schiffe eskortieren könne. US-Finanzminister Scott Bessent zeigte sich gegenüber Sky News überzeugt, dass dies bald möglich sein werde – „vielleicht zusammen mit einer internationalen Koalition“.

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Ölpreise explodieren und interne Kontrolle

Die Ölpreise sind als direkte Folge des anhaltenden Krieges stark angestiegen. Deutschland, die USA und andere Nationen planen daher, mit Ölreserven in Rekordmengen gegenzusteuern. Gleichzeitig warnten die iranischen Revolutionsgarden vor möglichen Angriffen auf Irans eigenen Energiesektor und die Häfen. Sollte es zu solchen Angriffen kommen, werde der Iran die Öl- und Gasvorkommen der gesamten Region in Brand setzen und zerstören, so die Drohung der Kommandozentrale laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim.

Parallel dazu scheinen die Machthaber im eigenen Land weiterhin die Kontrolle zu behalten. Der Geheimdienst der Revolutionsgarden warnte die Bevölkerung ausdrücklich vor neuen Massendemonstrationen. Der Staatssender Iribnews verbreitete eine Erklärung, in der Demonstrierenden noch härtere Schläge angedroht werden als bei den Protesten Ende Dezember und Anfang Januar. Der Geheimdienst kündigte an, „Vaterlandsverräter“ rund um die Uhr zu verfolgen.

Netanjahus Einschätzung und Chameneis Rolle

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu räumte am Donnerstag ein, dass er sich nicht sicher sei, ob das iranische Volk in der Lage sein werde, die Islamische Republik zu stürzen. „Ich kann nicht mit Sicherheit sagen, dass das iranische Volk das Regime stürzen wird“, erklärte Netanjahu. Zwar könnten Israels Angriffe die Bedingungen dafür schaffen, doch hänge dies letztlich vom iranischen Volk ab. Sollte der Machtapparat nicht gestürzt werden, werde er jedoch erheblich geschwächt sein.

Den neuen obersten Führer des Irans, Modschtaba Chamenei, bezeichnete Netanjahu als „Marionette der Revolutionsgarden“. Der 56-jährige Religionsführer könne „sein Gesicht nicht in der Öffentlichkeit zeigen“. Es wird vermutet, dass Chamenei junior bei einem israelischen Angriff im Iran verletzt worden sein könnte. Netanjahu deutete mögliche weitere Tötungsversuche an, indem er sagte, er würde „keine Lebensversicherungen“ für die Feinde Israels abschließen.

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Seit seiner Ernennung zum obersten Führer am Sonntag hat sich Modschtaba Chamenei bisher nicht öffentlich gezeigt. In einer ersten Stellungnahme forderte er Rache für die Opfer im Krieg gegen die USA und Israel, insbesondere für die bei einem Luftangriff getöteten Schülerinnen. Die Revolutionsgarden kündigten an, ihre Angriffe gegen Ziele der USA und Israels in der Region „mit voller Kraft“ fortzusetzen.

Weitere Entwicklungen und Verluste

Saudi-Arabien wurde in der Nacht erneut Ziel von Angriffen mit Dutzenden Drohnen, die nach Angaben des Verteidigungsministeriums abgefangen und zerstört wurden. Zuvor waren bereits Treibstofflager im Oman und in Bahrain mit Drohnen angegriffen worden. Die US-Streitkräfte verloren unterdessen nach eigenen Angaben ein Tankflugzeug im Irak. Das US-Kommando Centcom betonte jedoch, dass der Vorfall weder auf feindlichen Beschuss noch auf Beschuss von Verbündeten zurückzuführen sei, ohne nähere Details zu nennen.

Das US-Militär hat seit Kriegsbeginn nach eigenen Angaben etwa 6.000 Ziele angegriffen und mehr als 90 Schiffe beschädigt oder zerstört, darunter über 30 Minenleger. US-Präsident Donald Trump äußerte am Mittwoch erneut die Hoffnung, dass der Krieg „bald“ enden könne, da es „praktisch nichts mehr, was man angreifen könnte“, gebe. Dagegen erklärte der israelische Armeesprecher Effie Defrin, dass Israels Militär noch eine umfangreiche Liste an Zielen habe.