Trotz eindeutiger Beweise: Kreml leugnet weiterhin Vergiftung von Alexej Nawalny
Kreml leugnet Nawalny-Vergiftung trotz Beweisen

Europäische Staaten bestätigen Nervengift in Nawalny-Proben

Der Kreml hat erneut alle Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Tod des russischen Oppositionellen Alexej Nawalny zurückgewiesen. Trotz eindeutiger wissenschaftlicher Beweise aus fünf europäischen Ländern bezeichnete Moskau die jüngsten Anschuldigungen als "voreingenommen" und "unbegründet". Alexej Nawalny starb am 15. oder 16. Februar 2024 im Strafgefangenenlager Charp unter ungeklärten Umständen.

Kreml-Sprecher Peskow weist europäische Erklärung zurück

Am Montag reagierte der Kreml auf eine gemeinsame Erklärung der Regierungen von Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Schweden und den Niederlanden. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte knapp: "Wir akzeptieren solche Anschuldigungen natürlich nicht. Wir sind damit nicht einverstanden." Die europäischen Staaten hatten zuvor in einem gemeinsamen Statement erklärt, dass Nawalny "mit einem tödlichen Gift vergiftet wurde".

Die Analyse von biologischen Proben des verstorbenen Oppositionellen habe "eindeutig" das Nervengift Epibatidin nachgewiesen. Bei dieser Substanz handelt es sich um ein extrem starkes Gift, das ursprünglich aus einem südamerikanischen Pfeilgiftfrosch isoliert wurde. Deutschlands Außenminister Johann Wadephul betonte auf der Münchner Sicherheitskonferenz: "Alexej Nawalny wurde in russischer Gefangenschaft vergiftet."

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Witwe Nawalnaja hatte bereits früher Vergiftung angekündigt

Bereits im vergangenen Jahr hatte Julia Nawalnaja, die 49-jährige Witwe des Kreml-Kritikers, schwere Vorwürfe gegen die russischen Behörden erhoben. Ihr Team habe vor der Beerdigung biologische Proben sichern und ins Ausland bringen können. Diese seien in zwei verschiedenen Ländern untersucht worden. "Diese Labore kamen zu demselben Schluss: Alexej wurde getötet. Genauer gesagt, er wurde vergiftet", erklärte Nawalnaja damals.

Welches konkrete Gift damals gefunden wurde, nannte sie nicht – forderte aber die Veröffentlichung der Ergebnisse über die "unbequeme Wahrheit". Nun bestätigt die europäische Erklärung eindeutig: "Analysen haben eindeutig das Vorhandensein von Epibatidin bestätigt."

Mutter des Oppositionellen fordert Gerechtigkeit

Nawalnys Mutter äußerte sich am Montag emotional vor dem Friedhof, auf dem ihr Sohn beigesetzt wurde. "Wir wussten, dass unser Sohn nicht einfach im Gefängnis gestorben ist, er wurde ermordet", sagte sie unter Tränen. Die Mutter forderte "Gerechtigkeit" für ihren Sohn und fügte hinzu: "Ich denke, es wird einige Zeit dauern, aber wir werden herausfinden, wer es getan hat."

Natürlich wollen wir, dass das in unserem Land geschieht, und wir wollen, dass die Gerechtigkeit siegt, betonte sie gegenüber anwesenden Reportern. Die Familie des verstorbenen Oppositionellen setzt sich weiterhin für eine vollständige Aufklärung der Todesumstände ein, während der Kreml alle Verantwortung von sich weist.

Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklungen um den Fall Nawalny mit großer Sorge. Die eindeutigen wissenschaftlichen Befunde stehen im krassen Widerspruch zu den offiziellen Darstellungen der russischen Behörden. Experten befürchten, dass dieser Fall die bereits angespannten Beziehungen zwischen Russland und dem Westen weiter verschlechtern könnte.

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