Die Bundesregierung hat sich tief besorgt über die von Israel angekündigten Bodeneinsätze im Libanon geäußert. Regierungssprecher Stefan Kornelius sagte, man sehe Vorbereitungen für eine größere israelische Bodenoffensive und forderte Israel auf, nicht in den Libanon einzumarschieren. Die israelische Armee hatte zuvor erste Bodeneinsätze im Südlibanon begonnen.
Kornelius warnte, eine israelische Offensive würde die ohnehin angespannte humanitäre Lage im Libanon deutlich verschlechtern und zu verstärkter Fluchtbewegung führen. Bereits jetzt seien 700.000 bis 800.000 Menschen auf der Flucht vor israelischen Angriffen. Es fehle an Schutzräumen und Infrastruktur für die Versorgung von Flüchtlingen.
Die Bundesregierung forderte Israel zudem auf, zivile Ziele und die UN-Friedenstruppe Unifil nicht anzugreifen. Unifil-Soldaten waren zuletzt im Grenzgebiet unter Beschuss geraten. Völkerrechtlich dürfen Friedenstruppen und Zivilisten auch im Krieg nicht angegriffen werden.
Zugleich verurteilte die Bundesregierung das Vorgehen der Hisbollah. Die Terrormiliz müsse die Kämpfe einstellen und die Waffen niederlegen. Die Regierung begrüße Bemühungen, Gespräche zwischen Israel und dem Libanon wieder aufzunehmen, so Kornelius.



