Machtkampf im Kreml: Warum in Moskau kaum jemand an einen Schoigu-Putsch glaubt
In Moskau kursieren derzeit Gerüchte über einen möglichen Umsturz im Kreml. Der ehemalige Verteidigungsminister Sergej Schoigu soll dabei eine zentrale Rolle spielen. Doch innerhalb des Machtapparats wird er als isoliert betrachtet – und viele sehen in den Spekulationen lediglich eine nützliche Ablenkung von anderen Problemen.
Die Gerüchte über einen Putschversuch haben in den letzten Tagen an Fahrt aufgenommen. Auslöser waren offenbar unbestätigte Berichte, wonach Schoigu und einige Militärs einen Umsturz planen sollen. Doch Analysten und Kreml-Insider zeigen sich skeptisch. „Schoigu hat keine ernsthafte Machtbasis mehr“, erklärt ein ehemaliger Berater. „Er ist isoliert und wird von der Elite nicht als ernstzunehmender Herausforderer angesehen.“
Putins Machtstellung scheint gefestigt
Präsident Wladimir Putin scheint die Situation fest im Griff zu haben. Die Sicherheitskräfte sind loyal, und die Wirtschaftselite profitiert weiterhin vom System. „Putin hat alle Hebel in der Hand“, sagt ein Moskauer Politologe. „Ein Putsch wäre extrem riskant und hätte kaum Erfolgsaussichten.“
Einige Beobachter vermuten, dass die Gerüchte bewusst gestreut werden, um von innenpolitischen Problemen wie der Wirtschaftskrise oder dem Ukraine-Krieg abzulenken. „Solche Spekulationen lenken die Aufmerksamkeit von den eigentlichen Herausforderungen ab“, so ein Diplomat. „Sie dienen dazu, die Opposition zu spalten und die Bevölkerung zu verunsichern.“
Bislang gibt es keine konkreten Beweise für einen bevorstehenden Umsturz. Die meisten Experten gehen davon aus, dass Putin seine Macht vorerst sichern kann. Dennoch bleibt die Situation im Kreml angespannt, und die Gerüchte zeigen, wie fragil das Machtgefüge in Russland ist.



