Sicherheitsdebakel um Mandelson: Britischer Ex-Botschafter fiel durch Überprüfung
Die Affäre um den britischen Spitzenpolitiker Peter Mandelson entwickelt sich zunehmend zu einer schweren Belastung für Premierminister Keir Starmer. Neue Enthüllungen zeigen, dass Mandelson eine obligatorische Sicherheitsüberprüfung nicht bestanden hatte. Damit hätte er eigentlich weder die höchste Sicherheitsfreigabe noch Zugang zu streng geheimen Informationen erhalten dürfen. Dennoch trat er im Jahr 2025 seinen Posten als Botschafter in Washington an.
Regierungssprecher gibt fehlende Kenntnis an
Nachdem der Guardian über die negativ ausgefallene Sicherheitsprüfung berichtet hatte, erklärte ein Regierungssprecher am Donnerstag, der Premierminister habe bis Anfang der Woche nichts davon gewusst. Mitarbeiter im Außenministerium hätten die Entscheidung überstimmt und die Berufung dennoch freigegeben. Im Außenministerium ist inzwischen der damals ranghöchste Beamte zurückgetreten oder entlassen worden – die Darstellungen dazu gehen auseinander.
Opposition fordert Rücktritt Starmers
Der Opposition reicht diese Erklärung jedoch nicht aus. Starmer sah sich am Freitag mit mehreren Rücktrittforderungen konfrontiert. Ed Davey, der Vorsitzende der Liberaldemokraten, sagte der BBC: "Ich glaube nicht, dass sich der Premierminister seiner Verantwortung mit einer Entlassung entziehen kann. Die Beweislage deutet darauf hin, dass er das Unterhaus und die Öffentlichkeit in die Irre geführt hat. Das verstößt gegen alle Regeln – deshalb haben wir seinen Rücktritt gefordert."
Auch die Oppositionsführerin der Konservativen Partei, Kemi Badenoch, bezeichnete die Darstellung, der Premierminister habe nichts gewusst, als "völlig absurd". Sie sagte der BBC: "Diese Geschichte ist unglaubwürdig. Der Premierminister hält uns für dumm."
Verteidigung durch Kabinettsminister
Die Verteidigung Starmers übernahm am Freitag der Minister Darren Jones. Er teilte mit, der Premier sei verärgert gewesen, nicht informiert worden zu sein. Jones betonte, Starmer habe die Abgeordneten nicht belogen; das Verfahren sei fehlerhaft gewesen, aber ordnungsgemäß abgelaufen. "Ich glaube nicht, dass dies die Zukunft des Premierministers gefährdet", so Jones. Er kündigte an, dass Starmer das Parlament am Montag informieren werde.
Die Affäre um Mandelson, der wegen Kontakten zu Jeffrey Epstein wieder entlassen wurde, belastet die Regierung Starmers erheblich und wirft Fragen zur Transparenz und Sicherheitskontrolle in der britischen Politik auf.



