Marine-Staatssekretär Phelan verlässt US-Regierung mit sofortiger Wirkung
Inmitten der angespannten Lage im Nahen Osten hat die US-Regierung einen wichtigen Personalwechsel vollzogen. John Phelan, der für die Marine zuständige Staatssekretär, wurde von seinen Aufgaben entbunden und verlässt die Regierung mit sofortiger Wirkung. Dies gab ein Sprecher des Verteidigungsministeriums über die Plattform X bekannt. Die Geschäfte übernimmt vorläufig Unterstaatssekretär Hung Cao.
Hintergründe des überraschenden Wechsels
Das Verteidigungsministerium machte keine offiziellen Angaben zu den Gründen der Entlassung. Allerdings berichten mehrere Medien über anhaltende Spannungen zwischen Phelan und seinen Vorgesetzten, Verteidigungsminister Pete Hegseth sowie dessen Stellvertreter Stephen Feinberg. Laut der New York Times und der Nachrichtenagentur Reuters war insbesondere Feinberg unzufrieden mit der Umsetzung der neuen Schiffbauinitiative der Marine. Phelan, ein ehemaliger Investmentbanker und Milliardär, der enge Verbindungen zu Präsident Donald Trump unterhält, hatte sein Amt erst im März des vergangenen Jahres angetreten.
Trumps Waffenruhe: Nur wenige Tage Verlängerung geplant
Parallel zum Personalwechsel zeichnet sich eine begrenzte Verlängerung der Waffenruhe im Konflikt mit dem Iran ab. Präsident Trump hatte die Feuerpause am Dienstag einseitig verlängert, ohne eine konkrete Frist zu nennen. Nun berichten Axios, Fox News und CNN übereinstimmend, dass es sich lediglich um eine Verlängerung von drei bis fünf Tagen handeln soll. Trump wolle dem Iran ein kurzes Zeitfenster geben, um einen geeinten Verhandlungsvorschlag vorzulegen und den diplomatischen Prozess wieder in Gang zu bringen.
Pressesprecherin Leavitt relativiert iranische Angriffe
Trumps Sprecherin Karoline Leavitt betonte gegenüber Journalisten, dass der Präsident keine feste Frist gesetzt habe, betonte aber gleichzeitig seine Entscheidungsgewalt über den Zeitplan. Sie spielte die Bedeutung jüngster iranischer Angriffe auf Frachter in der Straße von Hormus herunter und bezeichnete die Medienberichterstattung als Aufbauschung. Leavitt wies darauf hin, dass die angegriffenen Schiffe weder unter US- noch unter israelischer Flagge fuhren und sah daher keinen Verstoß gegen die Waffenruhe.
Straße von Hormus: Seeblockade und langwierige Minenräumung
Die Seeblockade der strategisch wichtigen Straße von Hormus bleibt ein zentraler Streitpunkt zwischen den USA und dem Iran. Trump hatte eine Öffnung der Meerenge zur Bedingung für eine dauerhafte Waffenruhe gemacht. Laut einem Bericht der Washington Post könnte die vollständige Räumung der von Iran verlegten Minen bis zu sechs Monate in Anspruch nehmen. Ein Pentagonvertreter habe diese Einschätzung dem Kongress mitgeteilt, was bedeutet, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen des Konflikts noch lange spürbar bleiben könnten.
Weitere Entwicklungen im Konflikt
- Die britische Behörde für Handelsschiffsicherheit meldete kürzlich Angriffe auf Containerschiffe in der Straße von Hormus durch iranische Revolutionswächter.
- Die US-Seeblockade betrifft weiterhin Schiffe, die iranische Häfen anlaufen oder von dort ausfahren.
- Die personellen Veränderungen im Verteidigungsministerium setzen sich fort - erst vor drei Wochen war der Stabschef des US-Heeres zum Rücktritt gedrängt worden.
Die Entlassung von Marine-Staatssekretär Phelan und die nur kurzzeitig verlängerte Waffenruhe unterstreichen die anhaltende Instabilität im Nahen Osten. Während die diplomatischen Bemühungen fortgesetzt werden, bleibt die Sicherheit der wichtigen Handelsroute durch die Straße von Hormus auf absehbare Zeit gefährdet.



