Monatelang wurde um den neuen Wehrdienst gestritten und gezetert, doch nun geht plötzlich alles ganz schnell. Obwohl erst seit Januar Musterungs-Briefe verschickt werden, stehen bereits die ersten Rekruten in Uniform auf dem Kasernenhof. Um zu verhindern, dass sich willige Aspiranten noch anders besinnen, erfolgt der Dienstantritt im Monatstakt.
Über 200.000 Musterungsbriefe verschickt
Laut Verteidigungsministerium sind bisher über 200.000 Briefe in den Briefkästen von 18-jährigen Deutschen gelandet. Jede Woche kommen rund 12.500 neue hinzu. Männer sind verpflichtet zu antworten, Frauen können es freiwillig tun. Allein im Jahr 2026 will die Bundeswehr 650.000 Schreiben verschicken, um die Zahl der Wehrdienstleistenden von derzeit 12.700 auf 20.000 zu steigern. Verteidigungsminister Boris Pistorius (65, SPD) setzt dabei auf Blitz-Rekrutierungen.
Auf eine Anfrage der BILD erklärte das Ministerium: „Aus positiven Rückläufern des Fragebogens werden Musterungen und Assessments durchgeführt und Interessierte für konkrete Verwendungen eingeplant. Die ersten haben auch schon den Dienst aufgenommen.“
Turbo-Rekruten im Eiltempo
Im Gegensatz zu früheren Verfahren treten die neuen Wehrdienst-Rekruten im Eiltempo ihren Dienst an. Nach Informationen der BILD erfolgt der Eintritt bei Marine und Luftwaffe im Monatstakt in die Kasernen. Beim Heer kann sogar vor dem offiziellen Starttermin mit einer abgespeckten Basisausbildung begonnen werden. Grund dafür ist die hohe Absprungrate: Junge Rekruten sollen es sich bis zum Dienstbeginn nicht doch noch anders überlegen.
Verteidigungsexperte Thomas Erndl (51, CSU) äußerte sich gegenüber BILD positiv: „Vom Anschreiben an die 18-Jährigen über die Bereitschaftserklärung via Internet bis hin zu den ersten Musterungen: Der Mechanismus funktioniert, das ist die gute Nachricht. Jetzt müssen die Kapazitäten für Musterung und Ausbildung aufwachsen.“
Ausbau der Musterungszentren geplant
Bis Mitte 2027 will die Bundeswehr 24 Musterungszentren in ganz Deutschland eröffnen. Langfristig ist geplant, bis zum Jahr 2031 jährlich 40.000 Rekruten einzustellen. Die schnelle Umsetzung des neuen Wehrdienstes zeigt, dass die Bundeswehr auf eine effiziente Rekrutierung setzt, um den Personalbedarf zu decken.



