Merz in Washington: Kanzler bereitet sich auf schwieriges Treffen mit Trump vor
Merz in Washington: Kanzler bereitet sich auf Trump-Treffen vor

Kanzler Merz trifft in Washington ein: Zweites Aufeinandertreffen mit US-Präsident Trump

Der Regierungs-Airbus A350 mit Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) an Bord landete am frühen Morgen in der amerikanischen Hauptstadt Washington. Während in Berlin mille 16 Grad herrschten, empfing den deutschen Regierungschef in den USA eisige Bibberkälte mit minus einem Grad und Schneefall. Es handelt sich bereits um den zweiten Besuch von Merz bei US-Präsident Donald Trump (79) seit dessen Rückkehr ins Weiße Haus.

Nahost-Konflikt dominiert die Agenda

Aus Regierungskreisen ist bekannt, dass sich der Kanzler und seine Berater intensiv darauf vorbereitet haben, dass das Gespräch mit Trump vorrangig den eskalierenden Nahost-Konflikt zum Thema haben wird. Ursprünglich hatte Merz eigentlich die aktuellen Zollverwicklungen zwischen den USA und der EU sowie die kritische Lage in der Ukraine ganz oben auf seiner Agenda platziert.

Der Besuch gewinnt jedoch zusätzliche Bedeutung, weil das Treffen im Oval Office des Weißen Hauses zugleich der erste öffentliche Auftritt Trumps nach dem erneuten Ausbruch von Kampfhandlungen im Nahen Osten sein wird. Die Erwartung in der Merz-Delegation ist, dass der US-Präsident von amerikanischen Journalisten vor allem mit Fragen zum Iran konfrontiert werden wird und dieses Thema entsprechend in den Vordergrund rücken möchte.

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Erfahrungen aus dem ersten Treffen prägen die Vorbereitung

Die Berater des Kanzlers erinnern sich noch deutlich an das erste Aufeinandertreffen der beiden Politiker im Juni 2025. Damals hatte sich Trump gerade mit Elon Musk überworfen, und dieser Disput dominierte die gesamte Veranstaltung. Merz kam nur gelegentlich zu Wort, was die deutschen Diplomaten als unbefriedigend empfanden. Die Sorge besteht, dass sich dieses Muster bei dem aktuellen Besuch wiederholen könnte.

Merz beharrt auf Ukraine und Zollkonflikt

Trotz der erwarteten Fokussierung auf den Nahen Osten will Bundeskanzler Merz unbedingt auch die brisanten Themen Ukraine und Handelsstreitigkeiten ansprechen. Der Besuch wurde zwar bereits vor Monaten vereinbart, doch die aktuelle weltpolitische Lage verleiht diesen Punkten zusätzliche Dringlichkeit.

Mehr Gelegenheit für substanzielle Gespräche erhofft sich die deutsche Delegation abseits der öffentlichen "Show-Einlage" am berühmten Kamin im Oval Office. Beim anschließenden Mittagessen der beiden Staatsmänner ab 17:45 Uhr Ortszeit könnte Raum für intensivere Diskussionen entstehen. Merz bereitet sich entsprechend vor und geht davon aus, dass er dann Fragen zur amerikanischen Strategie im Irak stellen kann, die er aus deutscher Sicht als besonders riskant einschätzt.

Trumps Stimmungslage als entscheidender Faktor

Entscheidend für den Erfolg des Besuchs wird nach Einschätzung von Delegationskreisen die Grundstimmung des US-Präsidenten sein. Trump befindet sich in einer schwierigen Phase nach einem Urteil des Supreme Courts, das Teile seiner Zollpolitik für nichtig erklärt hat. Der Präsident plant nun, individuell teils sogar höhere Zölle zu erheben.

Merz will Trump dabei klare Grenzen aufzeigen: Aus europäischer Sicht stellen 15 Prozent Zoll auf eingeführte EU-Waren die absolute Schmerzgrenze dar. Der Kanzler wird darauf drängen, dass der Zollstreit ein Ende finden muss. Auch bezüglich der Ukraine dürfte Merz den amerikanischen Präsidenten noch einmal ins Gebet nehmen, falls sich die Gelegenheit ergibt. Trump will den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu Gebietsabtretungen an Russland zwingen, die aus Berliner Sicht inakzeptabel weit gehen.

Ob die Atmosphäre im Weißen Haus am Ende genauso frostig bleiben wird wie der Washingtoner Spätwinter, bleibt abzuwarten. Die deutschen Diplomaten hoffen auf konstruktive Gespräche, bereiten sich aber gleichzeitig auf schwierige Verhandlungen vor.

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