Beim Katholikentag in Würzburg hat Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) eine klare Botschaft an die Jugend gerichtet: Er würde seinen Kindern heute nicht empfehlen, in die USA zu gehen. „Ich bin ein großer Bewunderer Amerikas. Meine Bewunderung nimmt im Moment nicht zu“, sagte Merz vor einem jungen Publikum. Er betonte, dass Deutschland die soziale Marktwirtschaft biete, während die USA für reinen Kapitalismus stünden. Viele junge Menschen, selbst die größten Talente, hätten Schwierigkeiten, in den USA einen Job zu finden, so der Kanzler.
Diskussion über Zukunftschancen
Die Aussagen fielen im Rahmen einer Diskussion über Zukunftschancen für junge Menschen. Merz versuchte, trotz aller Probleme ein positives Bild von Deutschland zu vermitteln. Im internationalen Vergleich gehe es uns immer noch verdammt gut, sagte er. Der Kanzler zeigte sich optimistisch, dass Deutschland jungen Menschen gute Perspektiven bieten könne.
Diplomatische Wende: Telefonat mit Trump
Kurz nach seinem Auftritt griff Merz zum Hörer und rief US-Präsident Donald Trump (79) auf dessen Rückreise aus China an. Die diplomatische Eiszeit zwischen beiden scheint beendet. Auf X verkündete Merz den Durchbruch: „Gutes Telefonat mit Donald Trump auf seiner Rückreise aus China. Wir sind uns einig: Iran muss jetzt an den Verhandlungstisch; es muss die Straße von Hormus öffnen; Teheran darf keine Nuklearwaffe haben. Wir haben auch über eine Friedenslösung für die Ukraine gesprochen und uns vor dem Nato-Gipfel in Ankara abgestimmt. Die USA und Deutschland sind starke Partner in einer starken Nato.“
Die Bedeutung des Durchbruchs
Der Iran-Pakt zeigt, dass Berlin und Washington nach heftigem Streit über die Militärstrategie im Nahen Osten wieder an einem Strang ziehen. Die Front gegen Teheran steht. Die Straße von Hormus muss geöffnet werden, und die Atomwaffe für das Mullah-Regime bleibt eine rote Linie. Im Ukraine-Geheimplan beraten Trump und Merz direkt über den Weg zu einer Friedenslösung – ein klares Signal an Russlands Diktator Wladimir Putin. Vor dem Nato-Treffen in Ankara stimmen sich die beiden wichtigsten Mächte des Bündnisses eng ab. Das Signal an die Partner: Die Allianz steht felsenfest.
Trumps Vertrauter attackiert Merz
Ob Trump die Merz-Aussagen vom Katholikentag vor dem Telefonat kannte, ist unklar. Beim letzten Mal, als Merz vor jungen Leuten über die USA sprach, konterte Trump scharf. Diesmal reagierte jedoch Trumps enger Vertrauter Richard Grenell (58), der ehemalige US-Botschafter in Berlin. Auf X griff er Merz frontal an: „Deutschlands Kanzler Friedrich Merz ist zum europäischen Präsidenten der TDS-Gesellschaft geworden“, schrieb Grenell. TDS steht für „Trump Derangement Syndrome“ (Trump-Wahn-Syndrom), ein Schimpfwort für vermeintlich irrationale Trump-Kritiker. Weiter ätzte Grenell: Als Merz mit Trump im Weißen Haus war, sei er „komplett weich und schmeichelhaft“ gewesen. Deutschland habe nun „einen Führer ohne Strategie“, der „vollständig von den deutschen Woke-Medien kontrolliert“ werde.



