Merz und Wadephul zweifeln an Trumps Kriegsende-Prognose für Iran
Merz und Wadephul zweifeln an Trumps Kriegsende-Prognose

Deutsche Regierung skeptisch gegenüber Trumps Kriegsende-Prognose

Bundeskanzler Friedrich Merz und Außenminister Johann Wadephul haben sich deutlich skeptisch gegenüber der Prognose von US-Präsident Donald Trump geäußert, der ein baldiges Ende des Krieges in Iran in Aussicht gestellt hatte. Beide Politiker sehen derzeit keine konkreten Anzeichen für eine rasche Beendigung der militärischen Auseinandersetzungen.

Merz kritisiert fehlenden gemeinsamen Plan

»Vor allem besorgt uns, dass es offensichtlich keinen gemeinsamen Plan gibt, wie dieser Krieg schnell zu einem überzeugenden Ende gebracht werden kann«, erklärte Bundeskanzler Merz in Berlin. Der CDU-Politiker betonte, dass die Situation im Nahen Osten weiterhin äußerst angespannt bleibe und keine kurzfristige Lösung absehbar sei.

Außenminister Wadephul, der sich zum Zeitpunkt der Äußerungen in Nikosia auf Zypern aufhielt, stellte klar: »Die USA konzentrieren sich nach wie vor darauf, die militärischen Möglichkeiten Irans, die eine Bedrohung der Nachbarschaft, aber auch Europas darstellen, so zu reduzieren, dass diese Gefahr nicht mehr besteht.«

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Wadephul erwartet Fortsetzung der Angriffe

Der deutsche Außenminister geht davon aus, dass die militärischen Angriffe so lange fortgesetzt werden, bis entweder dieses Ziel erreicht ist oder die iranische Seite ernsthafte Verhandlungsbereitschaft signalisiert. »Die Europäer müssen auf den Moment warten, in dem es eine ernsthafte Chance gibt, in Verhandlungen einzusteigen«, so Wadephul. Er forderte eine schnelle Positionierung der europäischen Staaten, um in möglichen Friedensgesprächen eine relevante Rolle spielen zu können.

Trumps optimistische Einschätzung

US-Präsident Donald Trump hatte in einem Telefoninterview mit dem US-Sender CBS News eine deutlich optimistischere Einschätzung abgegeben: »Ich denke, der Krieg ist so gut wie beendet. Sie haben keine Marine, keine Kommunikationssysteme, sie haben keine Luftwaffe.« Der Republikaner behauptete, der Kriegsverlauf laufe »weit vor dem Zeitplan«.

Diese Aussage wurde von israelischer Seite indirekt bestätigt, als der Botschafter in Frankreich, Joshua Zarka, mitteilte, Israel sei bei der Erreichung seiner Kriegsziele dem Zeitplan voraus. Allerdings vermieden beide Seiten konkrete zeitliche Angaben zum möglichen Kriegsende.

Scharfe Reaktion aus Iran

Die iranischen Revolutionswächter reagierten umgehend und scharf auf Trumps Äußerungen. In einer von der Nachrichtenagentur Tasnim verbreiteten Mitteilung hieß es unmissverständlich: »Wir sind diejenigen, die über das Ende des Krieges entscheiden.« Die iranische Führung betonte, dass »die Bedingungen auf dem Schlachtfeld und das Ende des Krieges in den Händen der Islamischen Republik« lägen.

Auswirkungen auf Energiemärkte

Trumps optimistische Kriegsende-Prognose hatte unmittelbare Auswirkungen auf die internationalen Energiemärkte. Der Preis für Rohöl der Sorte Brent fiel deutlich auf 92,83 US-Dollar pro Fass (159 Liter) – ein Rückgang von gut 27 Dollar gegenüber dem Stand in der Nacht zum Montag. Diese Entwicklung zeigt die Sensibilität der globalen Märkte gegenüber politischen Aussagen zum Nahost-Konflikt.

Seit Ende Februar führen Israel und die USA regelmäßige Angriffe auf iranische Ziele durch. Während Trump zunächst von einer Kriegsdauer von vier bis fünf Wochen ausging, korrigierte Regierungssprecherin Karoline Leavitt diese Einschätzung später auf vier bis sechs Wochen. Die deutsche Regierung bleibt angesichts der widersprüchlichen Signale aus Washington, Tel Aviv und Teheran weiterhin vorsichtig in ihren Prognosen.

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