Irakische Miliz greift US-Stützpunkt in Bagdad mit Drohne an
Die Eskalation im Nahen Osten hat nun auch direkte militärische Folgen im Irak. Eine mit dem Iran verbündete Miliz hat nach eigenen Angaben einen Stützpunkt der US-Truppen in der irakischen Hauptstadt Bagdad angegriffen.
Drohnenangriff als Vergeltungsaktion
Die Gruppe Saraja Aulija al-Dam teilte mit, sie habe in den frühen Morgenstunden den US-Stützpunkt in der Nähe des Flughafens von Bagdad mit einer Drohne angegriffen. Die Miliz bezeichnete dies als „Vergeltung für den getöteten Anführer Ali Chamenei“ und als „Unterstützung“ für den Iran. Eine offizielle Bestätigung von irakischer Seite oder vom US-Militär liegt bisher nicht vor.
Hintergrund der angreifenden Miliz
Saraja Aulija al-Dam ist eine kleinere, aber aktive Miliz, die seit mehreren Jahren im Irak operiert. Ihre Hauptaktivitäten umfassen:
- Angriffe auf US-Truppen und Militärkonvois
- Operationen im Rahmen der schiitischen Milizenlandschaft
- Verbindungen zu den einflussreichen Volksmobilisierungseinheiten (PMU)
Die PMU stellen ein Netzwerk aus schiitischen bewaffneten Gruppen dar, von denen viele vom Iran unterstützt werden und erheblichen politischen sowie militärischen Einfluss im Irak ausüben.
Eskalation nach Tötung von Irans Führer
Der Angriff erfolgte vor dem Hintergrund der jüngsten Entwicklungen. Nach der Tötung von Irans oberstem Führer Ajatollah Chamenei am Sonntag kam es bereits zu Protesten in Bagdad. Hunderte Menschen versammelten sich am Eingang zur sogenannten Grünen Zone, dem Regierungsviertel, in dem sich auch die US-Botschaft befindet.
Die Sicherheitskräfte lösten die Demonstration gewaltsam auf und setzten dabei laut Augenzeugen verschiedene Mittel ein:
- Schlagstöcke
- Scharfe Munition
- Tränengas
- Wasserwerfer
Wachsende Spannungen und Warnungen
Die US-Truppen im Irak waren in der Vergangenheit immer wieder Ziel von Angriffen durch mit dem Iran verbündete Milizen. Die jüngste Tötung des iranischen Führers hat die Sorge vor einer größeren Konfrontation in der Region deutlich verstärkt. Die US-Botschaft in Bagdad hat inzwischen ihre Landsleute im Irak zu erhöhter Vorsicht aufgerufen.
Die Situation bleibt angespannt, während die internationale Gemeinschaft die Entwicklungen im Irak und der gesamten Nahost-Region aufmerksam verfolgt. Die Frage nach weiteren Vergeltungsaktionen und möglichen Eskalationsstufen bleibt offen.



