Münchner Sicherheitskonferenz 2026: Die Schlüsselakteure im Fokus der Weltpolitik
MSC 2026: Diese Protagonisten bestimmen die Sicherheitskonferenz

Münchner Sicherheitskonferenz 2026: Ein Gipfeltreffen der Superlative

Die Münchner Sicherheitskonferenz erreicht in diesem Jahr eine historische Dimension. Veranstaltungsleiter Wolfgang Ischinger spricht von einer „Sicherheitskonferenz der Superlative“, die am Freitagnachmittag im Hotel Bayerischer Hof von Bundeskanzler Friedrich Merz eröffnet wird. Mit mehr als 60 erwarteten Staats- und Regierungschefs verzeichnet das weltweit bedeutendste Expertentreffen zur Sicherheitspolitik einen noch nie dagewesenen Andrang.

Die Zerreißprobe der Weltordnung

Der enorme Zuspruch hat einen klaren Grund: Die auf internationalen Regeln basierende Weltordnung wird aktuell massiv herausgefordert. Unter der Ära von US-Präsident Donald Trump befinden sich etablierte Strukturen im Umbruch. Diese tiefgreifenden Veränderungen schaffen einen dringenden Gesprächsbedarf, der die Konferenz zu einem zentralen Schauplatz globaler Sicherheitsdebatten macht.

Die zentralen Protagonisten im Überblick

Friedrich Merz und die europäische Machtfrage: Der Bundeskanzler hat sich in Davos und im Bundestag bereits positioniert. Er skizzierte eine düstere neue Ära der Großmachtpolitik, in der Europa durch militärische Eigenständigkeit, wirtschaftliche Stärke und politische Geschlossenheit bestehen müsse. „Europa wird seine Vorstellungen nur dann durchsetzen können, wenn wir auch selbst die Sprache der Machtpolitik sprechen lernen“, betonte Merz. In München erwartet die internationale Gemeinschaft konkrete Antworten auf drängende Fragen nach europäischer Nuklearsicherheit und der Reduzierung wirtschaftlicher Abhängigkeiten.

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Marco Rubio als Botschafter Trumps: Der Auftritt des US-Außenministers am Samstagfrüh wird mit besonderer Spannung erwartet. Nach der kontroversen Rede von Vizepräsident JD Vance im Vorjahr, der europäischen Verbündeten Einschränkungen der Meinungsfreiheit vorwarf, hoffen europäische Delegationen auf klare außenpolitische Signale. Ein Bekenntnis zur Nato sowie Verlässlichkeit bezüglich des Verbleibs von US-Truppen und Atomwaffen in Europa stehen ganz oben auf der Erwartungsliste.

Gavin Newsom und das alternative Amerika: Stark vertreten ist auch das politische Amerika, das sich gegen Trump positioniert. Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom, ein potenzieller Präsidentschaftskandidat der Demokraten für 2028, wird ebenso erwartet wie prominente Gegnerinnen des amtierenden Präsidenten. Dazu zählen Kongressabgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez, Michigans Gouverneurin Gretchen Whitmer und die frühere Außenministerin Hillary Clinton.

Reza Pahlavi und der iranische Widerstand: Nach seiner Absage im Vorjahr wird der Sohn des gestürzten Schahs diesmal zu den schillerndsten Teilnehmern gehören. Der im Exil lebende Oppositionelle hat die Massenproteste im Iran massiv unterstützt. Neben seinem Konferenzauftritt wird seine Teilnahme an einer Großdemonstration auf der Theresienwiese erwartet, während die iranische Führung nach gewaltsamen Protesten ausgeladen wurde.

Die Rückkehr der AfD: Nach zweijährigem Ausschluss öffnet die Sicherheitskonferenz ihre Türen wieder für drei Fachpolitiker der AfD. Als größte Oppositionspartei könne man sie nicht länger ausschließen, so Ischinger. Parteichefin Alice Weidel bleibt diesmal außen vor, während der außenpolitische Sprecher Markus Frohnmaier informelle Gespräche am Rande der Veranstaltung sucht.

Die veränderte Rolle der Ukraine: Nach vier Kriegsjahren rückt die Ukraine etwas aus dem absoluten Fokus, obwohl der russische Angriffskrieg ein zentrales Thema bleibt. Für Friedensverhandlungen werden jedoch kaum neue Impulse erwartet, da die russische Regierung erneut keine Teilnahme signalisiert hat. „München könnte ein Ort für Gespräche sein“, sagt Ischinger, „aber dafür bräuchte es auf russischer Seite die Bereitschaft zum ernsthaften Dialog.“

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