Münchner Sicherheitskonferenz startet mit hochkarätigem Teilnehmerfeld
An diesem Wochenende wird München erneut zum globalen Zentrum der Sicherheitspolitik. Vom 13. bis 15. Februar 2026 treffen sich im noblen Hotel Bayerischer Hof die mächtigsten Entscheider der Welt zur Münchner Sicherheitskonferenz (MSC). Staats- und Regierungschefs, Minister und hochrangige Militärs diskutieren über die drängendsten Krisen unserer Zeit unter dem Leitmotiv „Under Destruction“ – ein deutlicher Hinweis auf die bröckelnde internationale Ordnung.
Ukraine-Krieg und transatlantische Beziehungen im Fokus
Im Mittelpunkt der Gespräche stehen der anhaltende Krieg in der Ukraine, die strategische Rolle der Nato sowie die Frage nach Europas Sicherheit in einer zunehmend instabilen Weltlage. MSC-Vorsitzender Wolfgang Ischinger betonte im ARD-„Morgenmagazin“ die Notwendigkeit, die durch den Rückzug der USA entstandene Versorgungslücke für die Ukraine zu schließen. „Deutschland spielt bereits eine Führungsrolle als wichtigster Lieferant von Rüstungsgütern und finanzieller Hilfe“, so Ischinger, der gleichzeitig forderte, dass Europa bei strategischen Fragen endlich mit einer Stimme sprechen müsse.
Massive Proteste begleiten die Konferenz
Während im Bayerischen Hof und im Rosewood Munich über globale Sicherheit debattiert wird, bereitet sich München auf ein außergewöhnliches Wochenende auf den Straßen vor. Das Kreisverwaltungsreferat (KVR) hat bislang Anmeldungen für etwa 120.000 Demonstranten registriert, die sich an insgesamt 21 geplanten Protestveranstaltungen beteiligen wollen. Greenpeace-Aktivisten machten bereits am frühen Morgen mit einer spektakulären Aktion auf sich aufmerksam: Sie entrollten an einem Baukran in 60 Metern Höhe ein Transparent mit der Aufschrift „Break free from Tyrants“, um auf die europäische Abhängigkeit von Energieimporten hinzuweisen.
Internationale Stimmen zur Sicherheitslage
Der ehemalige Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sprach sich im Vorfeld der Konferenz für die Wiederaufnahme von Waffenkontrollgesprächen mit Russland aus. „Wir müssen einen Weg finden, eine neue Ordnung der Waffenkontrolle herzustellen“, forderte der norwegische Finanzminister und verwies auf die Erfahrungen aus dem Kalten Krieg. US-Außenminister Marco Rubio betonte unterdessen das enge Verhältnis zwischen den USA und Europa, wenngleich die transatlantischen Beziehungen nach den scharfen Angriffen von Vizepräsident JD Vance im Vorjahr weiter angespannt bleiben.
Historische Bedeutung der Sicherheitskonferenz
Seit ihrer Gründung im Jahr 1963 hat sich die Münchner Sicherheitskonferenz von einer kleinen Nato-Runde zu einem der weltweit bedeutendsten sicherheitspolitischen Foren entwickelt. Offiziell werden hier zwar keine Verträge unterzeichnet, doch hinter den Kulissen werden Allianzen geschmiedet, Konflikte entschärft und geopolitische Machtspiele ausgetragen. Die Konferenz behandelt ein breites Spektrum an Themen:
- Cyberangriffe und digitale Bedrohungen
- Die strategische Rolle Künstlicher Intelligenz in der Sicherheitspolitik
- Die Zukunft der transatlantischen Partnerschaft
- Wachsende Spannungen zwischen den Großmächten
- Neue Bedrohungen durch hybride Kriegsführung
Mit ihrer einzigartigen Mischung aus hochrangigen politischen Gesprächen und begleitenden zivilgesellschaftlichen Protesten spiegelt die Münchner Sicherheitskonferenz die komplexen Herausforderungen unserer Zeit wider – ein Wochenende, in dem München nicht nur sicherheitspolitisch, sondern auch auf den Straßen im Ausnahmezustand ist.



