Nahost-Krieg eskaliert: Raketenbeschuss zwischen Iran und Israel hält an - Bodenoffensive im Libanon
Nahost-Krieg eskaliert: Raketenbeschuss und Bodenoffensive

Nahost-Krieg eskaliert weiter: Raketenbeschuss und Bodenoffensive halten Region in Atem

Im Nahen Osten reißen die militärischen Auseinandersetzungen auch in der dritten Kriegswoche nicht ab. Israel und die Vereinigten Staaten setzen ihre massiven Luftangriffe auf den Iran fort, während Teheran seinerseits weiterhin Raketen auf Israel und Ziele in den Golfstaaten abfeuert. Parallel dazu hat die israelische Armee eine begrenzte Bodenoffensive im Süden des Libanon gestartet, was die Sorge vor einer weiteren Eskalation des Konflikts schürt.

Massive Luftangriffe auf den Iran richten enorme Zerstörungen an

Die israelische Armee spricht von einer „großangelegten Angriffswelle“, die gezielt die Infrastruktur der iranischen Führung in den Städten Teheran, Schiras und Tabris ins Visier nimmt. Iranische Medien, darunter die Nachrichtenagentur Fars, bestätigen neue Angriffe auf die Hauptstadt Teheran, wo im Osten der Millionenmetropole nach israelisch-amerikanischen Luftschlägen Explosionen zu hören gewesen sein sollen.

Laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim wurden bei diesen Luftangriffen nicht nur städtische Infrastruktureinrichtungen, sondern auch Wohngebiete bombardiert. Dabei sei eine „beträchtliche Zahl von Menschen“ getötet oder verletzt worden. Ein israelischer Luftangriff in Teheran traf demnach ein Gebäude der städtischen Stromwerke, wobei mehrere Mitarbeiter und Ingenieure ums Leben kamen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Die iranische Regierungssprecherin Fatemeh Mohadscherani gab bei einer Pressekonferenz bekannt, dass durch die israelisch-amerikanischen Angriffe im Iran mehr als 61.000 zivile Einrichtungen beschädigt oder zerstört worden seien. Allein in der Hauptstadt Teheran entstanden Schäden an 18.180 Wohnungen und Geschäftseinheiten.

Iran setzt Raketenbeschuss auf Israel und Golfstaaten fort

Auch Israel bleibt Ziel iranischer Raketenangriffe. Der israelische Rettungsdienst Magen David Adom meldete, dass am Morgen eine Frau in einem Schutzraum leicht verletzt wurde. Berichten zufolge gab es mehrere weitere Einschläge von Raketenteilen im Zentrum des Landes, wobei der Iran erneut die international weitgehend geächtete Streumunition eingesetzt haben soll.

Die Angriffe auf Ziele in den Golfstaaten dauern ebenfalls an. In Dubai setzte ein Drohneneinschlag ein Treibstofflager am Flughafen in Brand und legte den Luftverkehr stundenlang lahm. Obwohl Einsatzkräfte das Feuer unter Kontrolle bringen konnten und es nach Behördenangaben keine Verletzten gab, ist der Flughafen Dubai – normalerweise eines der wichtigsten internationalen Drehkreuze – durch den Iran-Krieg massiv betroffen und operiert ohne regulären Flugplan.

Saudi-Arabien meldete, in der Nacht mehr als 60 Drohnen im ölreichen Osten des Landes abgefangen und zerstört zu haben. In dieser Region liegen bei Abkaik die größten Ölfelder und -anlagen des Königreichs, die im Krieg mit dem Iran bereits mehrfach Ziel von Angriffen wurden.

Diplomatische Appelle und regionale Eskalation

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron appellierte in einem Telefonat an seinen iranischen Kollegen Massud Peseschkian, die „inakzeptablen Angriffe“ des Iran gegen Länder in der Region sofort einzustellen. Macron betonte auf der Plattform X, dass nur ein neuer politischer und sicherheitspolitischer Rahmen Frieden und Sicherheit für alle gewährleisten könne.

Unterdessen griff eine mit dem Iran verbündete Miliz nach eigenen Angaben einen US-Militärstützpunkt im Irak an und tötete dabei sechs US-Soldaten. Vier weitere Soldaten seien bei dem Raketenangriff auf die Militärbasis in der Nähe des Flughafens von Bagdad schwer verletzt worden. Das Medienbüro der irakischen Streitkräfte bestätigte Angriffe mit fünf Raketen auf die Gegend rund um den Flughafen, bei denen mehrere Sicherheitskräfte, Flughafenmitarbeiter und ein Ingenieur verletzt wurden.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration

Israel startet begrenzte Bodenoffensive im Libanon

Israels Armee begann in den vergangenen Tagen „begrenzte und gezielte Bodeneinsätze“ im Süden des Nachbarlands Libanon. Ziel seien aktive Hisbollah-Mitglieder sowie die Infrastruktur der vom Iran unterstützten Miliz. Die Einsätze am Boden seien Teil umfassenderer Verteidigungsmaßnahmen, um die Einwohner im angrenzenden Nordisrael zu schützen. Die „Times of Israel“ sprach von einer „Erweiterung der Pufferzone“ im Südlibanon, um die Bedrohung durch die Hisbollah von der Grenze fernzuhalten.

Im Libanon sind die Kämpfe zwischen der Hisbollah-Miliz und Israels Militär im Zuge des Iran-Kriegs wieder aufgeflammt, was im Land die Sorge vor einer größeren Bodenoffensive Israels schürt. Die Bundesregierung warnte die israelische Regierung vor einer solchen Offensive und äußerte sich „enorm beunruhigt“ über die Entwicklungen im Libanon.