Fünf europäische Staaten bestätigen: Nawalny mit Gift Epibatin vergiftet
Nawalny-Vergiftung durch Epibatin bestätigt

Europäische Staaten bestätigen Vergiftung Alexej Nawalnys mit Epibatin

Zwei Jahre nach dem Tod des russischen Oppositionellen Alexej Nawalny in einem Straflager am Polarkreis liegen nun eindeutige Beweise für eine gezielte Vergiftung vor. Nach SPIEGEL-Informationen wurde in Gewebeproben Nawalnys das hochtoxische Gift Epibatin nachgewiesen. Dieser Stoff kommt natürlicherweise in Pfeilgiftfröschen vor und gilt als äußerst wirksam.

Heimliche Entnahme der Proben aus Russland

Die entscheidenden Gewebeproben wurden offenbar heimlich von Nawalnys Leiche entnommen und anschließend aus Russland in den Westen geschmuggelt. In mehreren europäischen Laboren konnte unabhängig voneinander der Nachweis für Epibatin erbracht werden. Damit widerlegen die neuen Erkenntnisse die offizielle russische Todesursache, die von einer „Kombination von Krankheiten“ sprach.

Fünf Staaten machen Russland verantwortlich

An diesem Samstag wollen fünf europäische Staaten am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz eine gemeinsame Erklärung veröffentlichen. Darin machen Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Schweden und die Niederlande Russland und damit Präsident Wladimir Putin direkt für den Tod Nawalnys verantwortlich. In der Erklärung heißt es, dass nur der Kreml und seine Geheimdienste sowohl die Möglichkeit als auch das Motiv gehabt hätten, den Oppositionsführer in einem Hochsicherheitsgefängnis zu vergiften.

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Vergangenheit von Giftanschlägen

Bereits im vergangenen Jahr hatte Julija Nawalnaja, die Witwe des Oppositionellen, Vergiftungsvorwürfe gegen Russland erhoben und sich auf ausländische Laborbefunde berufen. Nawalny war bereits 2020 Ziel eines Anschlags mit dem Nervengift Nowitschok geworden, bei dem der russische Geheimdienst FSB als Täter überführt wurde. Damals retteten Ärzte der Berliner Charité dem Kremlkritiker das Leben.

Die fünf Staaten planen zudem, sich mit ihren Untersuchungsergebnissen an die Chemiewaffen-Verbotsorganisation OPCW zu wenden. Sie werfen Russland vor, entgegen internationaler Abkommen seine Chemiewaffen nicht vernichtet zu haben. Die Verkündung der neuen Erkenntnisse soll auch ein symbolisches Signal senden – genau zwei Jahre nachdem Nawalnys Tod die Teilnehmer der Münchner Sicherheitskonferenz schockierte.

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