Neubauer attackiert Söder: Olympia nicht an Markus Söder
Neubauer: Olympia nicht an Markus Söder

Nach den erfolgreichen Olympia-Bürgerentscheiden in München und der Rhein-Ruhr-Region findet am 31. Mai die Abstimmung in Hamburg statt. Klimaaktivistin Luisa Neubauer ist noch unentschieden, fordert aber im Kontext der Münchner Olympia-Bewerbung ein „gemeinsames Ziel“.

Münchner Olympia-Pläne: Söder jubelt, Neubauer kontert

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zeigte sich gut gelaunt im Münchner Olympiastadion, nachdem im Oktober ein Bürgerentscheid mit 66,4 Prozent Zustimmung für eine Bewerbung um die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 ausgefallen war. „Jetzt starten wir durch“, jubelte Söder. Doch nun gibt es Gegenwind, ausgerechnet von Klimaaktivistin Luisa Neubauer.

Vier deutsche Bewerber: München, Hamburg, Berlin und Rhein-Ruhr

Neben München bewerben sich auch Hamburg, Berlin und die Rhein-Ruhr-Region um die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele. In Nordrhein-Westfalen stimmten bei einer Wahlbeteiligung von 32,9 Prozent 66 Prozent der Bürger für eine Bewerbung. In Hamburg steht der Bürgerentscheid am 31. Mai an, doch die Zustimmung ist unsicher: Laut einer Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des NDR finden rund 50 Prozent der Befragten eine Hamburger Olympia-Bewerbung „eher schlecht“, nur 41 Prozent „eher gut“. Auch in Kiel gab es einen Bürgerentscheid, da die Segelwettbewerbe in der Kieler Förde stattfinden sollen: 63,5 Prozent stimmten für eine Bewerbung bei einer Wahlbeteiligung von 29,1 Prozent.

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Neubauer: Olympia in Hamburg als „Katalysator“

Klimaaktivistin Luisa Neubauer äußerte sich am Rande des Hamburger Halbmarathons diplomatisch zu möglichen Spielen in Deutschland. „Wenn singuläre Großereignisse gut und nachhaltig geplant sind, können sie wie ein Katalysator wirken“, sagte sie dem „Hamburger Abendblatt“. „Auf einmal geht ganz viel ganz schnell, es entwickelt sich eine starke Infrastruktur, Kinder werden motiviert, mehr Sport zu machen – und man zelebriert, dass man gern die Welt zu Gast hat.“ Die 30-jährige Hamburgerin plädiert klar: „Wenn wir uns einig sind, dass wir Olympia gern in Deutschland haben wollen, ist Hamburg eine wahnsinnstolle Wahl, auch im Vergleich zu den anderen Orten und Städten. Unter der Bedingung, dass man nicht ein Larifari-Glitzer-Event macht, sondern nachhaltig investiert, würde ich mit Ja stimmen.“

Neubauer: „Olympia nicht an Markus Söder“

Mit Blick auf die Münchner Bestrebungen positioniert sich Neubauer eindeutig dagegen – und das liegt auch an einer Person. „In Deutschland sollten wir das gemeinsame Ziel haben, dass Olympia nicht an Markus Söder geht“, sagte sie süffisant. Mit dem bayerischen Landesvater geht sie immer wieder hart ins Gericht, wirft ihm regelmäßig Verlogenheit und eine Anti-Klimaschutz-Politik vor. Schon 2015 hatte es in Hamburg unter dem damaligen Bürgermeister Olaf Scholz einen Bürgerentscheid über eine Olympia-Bewerbung 2024 gegeben, der jedoch knapp scheiterte. Auch Neubauer hatte damals laut eigener Aussage dagegen gestimmt.

Entscheidung über deutschen Bewerber im September

Bis zur Abstimmung in knapp fünf Wochen will Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) „diese Einwände auch ausräumen und entkräften“. Man könne die Stadt selbst zur Bühne für Olympia machen. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) gibt am 26. September die Entscheidung über den deutschen Bewerber bekannt. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) vergibt die Spiele frühestens 2027.

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