Drei große Herausforderungen für den neuen US-Heimatschutzminister Markwayne Mullin
Neuer US-Heimatschutzminister vor drei großen Herausforderungen

Neuer US-Heimatschutzminister übernimmt in turbulenten Zeiten

Knapp einen Monat nach der Entlassung von Kristi Noem hat der US-Senat Markwayne Mullin als neuen Heimatschutzminister bestätigt. Der 48-jährige ehemalige Senator aus Oklahoma und professionelle MMA-Kämpfer tritt damit eines der schwierigsten Ämter in der Regierung von Präsident Donald Trump an. Seine Vereidigung erfolgte am Abend des 24. März 2026.

Baustelle eins: Das akute Finanzierungsloch

Das größte unmittelbare Problem für Mullin ist die fehlende Finanzierung seines Ministeriums. Seit etwa 40 Tagen läuft der Übergangshaushalt ohne Anschlussfinanzierung durch den Kongress. Die Folgen dieses Teil-Shutdowns sind bereits deutlich spürbar: Mitarbeiter erhalten keine Gehälter mehr, und an amerikanischen Flughäfen kommt es zu erheblichen Beeinträchtigungen.

Besonders betroffen ist die Transportation Security Administration (TSA), die dem Heimatschutzministerium untersteht. Durch den deutlich angestiegenen Krankenstand bei den Sicherheitskontrolleuren müssen Passagiere extrem lange Wartezeiten in Kauf nehmen und verpassen teilweise ihre Flüge. Mullin muss nun als konservativer Trump-Unterstützer im zerstrittenen Kongress vermitteln, um eine Lösung für das Haushaltsloch zu finden und sein Ressort aus der Krise zu führen.

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Baustelle zwei: Die kontroverse Abschiebepolitik

Ein zentraler Streitpunkt zwischen Republikanern und Demokraten sind die umstrittenen Abschiebe-Razzien der Einwanderungsbehörde ICE. Die brutalen Szenen, bei denen teils vermummte Bundesbeamte gegen Migranten in US-Städten vorgingen, haben landesweit Proteste ausgelöst. Besonders die tödlichen Schüsse von Bundesbeamten auf zwei US-Bürger im Bundesstaat Minnesota im Januar brachten die Stimmung im Land fast zum Kippen.

Präsident Trump musste daraufhin zurückrudern und die Beamten aus Minnesota abziehen. Die Demokraten fordern nun strengere Regeln für solche Einsätze und haben deshalb die Haushaltsmittel für das gesamte Ministerium blockiert. Mullin steht vor der schwierigen Aufgabe, ICE ein neues Image zu verleihen und gleichzeitig Trumps rigide Abschiebepolitik als essenziellen Teil seiner zweiten Amtszeit voranzutreiben – jedoch gemäßigter als seine Vorgängerin.

Baustelle drei: Das Glaubwürdigkeits- und Vertrauensproblem

Nicht nur die aktuelle Politik, sondern auch das Image des gesamten Ministeriums muss Mullin wiederherstellen. Seine Vorgängerin Kristi Noem hatte durch mehrere Kontroversen erheblich an Vertrauen eingebüßt. Besonders kritisch war ihre schnelle Festlegung im Fall der tödlichen Schüsse in Minnesota, wo sie öffentlich von Selbstverteidigung sprach – obwohl kursierende Videos einen anderen Eindruck vermittelten und die Ermittlungen noch liefen.

Hinzu kam eine teure Werbekampagne des Ministeriums, die Migranten davon abhalten sollte, illegal in die USA einzureisen, und die ebenfalls auf massive Kritik stieß. Diese Vorfälle schadeten nicht nur Noem persönlich, sondern auch der Glaubwürdigkeit des gesamten Ministeriums. Mullin, der von Anhängern als pragmatischer Verhandler beschrieben wird, der über Parteigrenzen hinweg arbeitet, hat bereits angekündigt, einen gemäßigteren Ton als seine Vorgängerin anschlagen zu wollen.

Der neue Heimatschutzminister übernimmt damit ein Amt, das in den vergangenen Monaten immer häufiger in den Schlagzeilen war. Seine Fähigkeit, diese drei großen Baustellen gleichzeitig anzugehen, wird nicht nur über den Erfolg seiner Amtszeit entscheiden, sondern auch die innere Sicherheit der Vereinigten Staaten in den kommenden Jahren maßgeblich beeinflussen.

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