Christian Neureuther (77) ließ am Sonntag beim „Sonntags-Stammtisch“ des Bayerischen Rundfunks keine Gelegenheit aus, um Armin Laschet (65) auf die Schippe zu nehmen. Der ehemalige Skirennläufer traf auf den Ex-CDU-Kanzlerkandidaten, der mit einer gebrochenen Schulter erschien – Folge eines Sturzes mit einem E-Scooter. Neureuther nutzte die Gelegenheit für einen frechen Seitenhieb: „Da muss man einiges an Gewicht aushalten, wenn Sie da drauf fallen.“ Laschet quittierte die Spitze mit einem Lachen.
Politik und Sport: Neureuthers Forderung nach mehr Teamgeist
Nach der lockeren Begrüßung wurde die Diskussion ernster. Gastgeber Hans Werner Kilz (82) und Politikwissenschaftlerin Ursula Münch sprachen mit Laschet über Spannungen in der Regierung. Münch kritisierte den erhobenen Zeigefinger gegenüber Koalitionspartnern. Laschet betonte seine gute Zusammenarbeit mit der FDP in Nordrhein-Westfalen und stellte fest: „Das ist in Berlin noch nicht angekommen.“ Neureuther pflichtete bei: „Es kommen auch noch Laschet-Zeiten. Wenn wir was aus der Ampel gelernt haben, dann, dass wir keinen Streit mehr wollen.“ Er lobte Cem Özdemir (Grüne) für dessen ruhigen Umgang mit Bürgern, der ihm den Wahlsieg in Baden-Württemberg beschert habe.
Vincent Kompany als Vorbild für die Politik
Um seine Argumente zu untermauern, zog Neureuther einen Vergleich zum Sport: „Vincent Kompany, Trainer beim FC Bayern, bildet Teams und kann die Menschen von der menschlichen Seite her mitnehmen. Das fehlt mir total.“ Kompany gelte als besonnener Trainer, der das Team in den Vordergrund stelle. FC-Bayern-Vorstandschef Jan-Christian Dreesen lobte ihn als „überlegten Typen mit klarem Plan“. AZ-Sportchef Maximilian Koch bewertete Kompanys Arbeit mit der Note 1: „Architekt des Erfolgs ist der belgische Coach, der eine funktionierende Einheit geformt hat und sich nicht selbst in den Mittelpunkt stellt.“ Neureuther sieht darin Eigenschaften, von denen sich Politiker inspirieren lassen sollten.



