Papst Leo XIV. verschärft Konflikt mit Trump: Kritik an Tyrannen und Kriegsgewinnlern
Papst verschärft Konflikt mit Trump: Kritik an Tyrannen

Papst Leo XIV. verschärft Konflikt mit US-Präsident Trump

Papst Leo XIV. (70) hat auf seiner elftägigen Afrikareise in Kamerun die Auseinandersetzung mit US-Präsident Donald Trump (79) weiter zugespitzt. Das Oberhaupt der katholischen Kirche warnte in Bamenda, der drittgrößten Stadt Kameruns, davor, dass die Welt „von einer Handvoll Tyrannen zerstört“ werde. Diese deutlichen Worte richteten sich zwar nicht namentlich an Trump, doch der Kontext ließ keinen Zweifel an der Zielrichtung.

Religiöse Instrumentalisierung als zentraler Kritikpunkt

Der Papst griff insbesondere den Missbrauch der Religion für politische und militärische Zwecke an. „Wehe denen, die die Religionen und selbst den Namen Gottes für ihre militärischen, wirtschaftlichen und politischen Zwecke verbiegen“, erklärte Leo XIV. mit deutlicher Schärfe. Diese Aussage passte zu einem grotesken, KI-generierten Bild, das Trump zuvor auf seiner Plattform Truth Social geteilt hatte und das Jesus zeigte, wie er den US-Präsidenten umarmte.

Trump hatte das Bild mit dem Kommentar gepostet: „Den linksradikalen Verrückten gefällt das vielleicht nicht, aber ich finde es ziemlich schön!!!“ Bereits am Sonntag zuvor hatte der US-Präsident mit einem weiteren KI-Bild für Aufsehen gesorgt, das ihn als Jesus-ähnlichen Erlöser darstellte.

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Friedensbotschaft gegen Kriegsgewinnler

In seiner Rede betonte Papst Leo XIV. leidenschaftlich die Bedeutung von Frieden und Verständigung. „Die Kriegsherren tun so, als ob sie nicht wüssten, dass ein Augenblick genügt, um zu zerstören, dass aber oft ein ganzes Leben nicht ausreicht, um wiederaufzubauen“, mahnte das Kirchenoberhaupt. Er kritisierte, dass Milliarden Dollar für Töten und Zerstören ausgegeben würden, während gleichzeitig Mittel für Heilung, Bildung und Wiederaufbau fehlten.

Diese Kritik bezog sich zwar primär auf den seit einem Jahrzehnt andauernden Konflikt zwischen Separatisten und Regierung in Kamerun, der eine schwere humanitäre Krise ausgelöst hat. Gleichzeitig ließen sich die Worte aber auch als deutliche Anspielung auf Trumps Iran-Kriegskurs interpretieren.

Eskalation des Schlagabtauschs

Der Konflikt zwischen Papst und US-Präsident hatte sich bereits vor dem Kamerun-Besuch zugespitzt. Leo XIV. hatte Trumps Drohung mit dem „Auslöschen einer ganzen Zivilisation“, die dieser kurz vor einer Waffenruhe-Einigung ausgesprochen hatte, als „inakzeptabel“ bezeichnet. Gott segne nicht diejenigen, die Bomben abwerfen, so der Papst.

Trump konterte daraufhin mit der Behauptung, Leo sei „ein Gefangener der Linken“. Für den US-Präsidenten birgt dieser Konflikt vor den Kongresswahlen im November ein erhebliches Risiko, da Katholiken eine wichtige Säule seiner Wählerschaft bilden.

Der Besuch in Kamerun markiert damit einen weiteren Höhepunkt in der zunehmend scharfen Auseinandersetzung zwischen dem religiösen und dem politischen Führer, bei der grundsätzliche Fragen nach dem Missbrauch von Religion, der Verantwortung von Machthabern und der Ethik internationaler Politik im Mittelpunkt stehen.

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