Der Präsident des Italienischen Tennisverbandes FITP, Angelo Binaghi, hat das etablierte Grand-Slam-System scharf kritisiert und eine grundlegende Reform gefordert. Sein Ziel ist es, einen fünften Grand Slam in Italien zu etablieren, um das seiner Meinung nach veraltete Monopol der vier traditionellen Major-Turniere in Melbourne, Paris, London und New York zu brechen.
Binaghi: „Das Monopol ist skandalös“
In einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP und anderen Medien äußerte sich Binaghi deutlich: „Das Monopol ist skandalös und ein großes Handicap für den Tennissport.“ Er kritisierte, dass das aktuelle System nicht leistungsorientiert sei, sondern diejenigen schütze, die nicht genug für den Tennissport investierten. „Es gibt vier Länder auf der Welt, die über Unmengen an Geld verfügen, um in den Tennissport zu investieren – etwas, das andere Nationen nicht haben. Ich versuche, dieses Monopol zu brechen“, erklärte der 65-Jährige.
Historische Grand Slams seit über 100 Jahren
Die bestehenden Grand-Slam-Turniere existieren bereits seit weit mehr als 100 Jahren. Binaghi ist bereit, das neue Turnier „überall in Italien und auf jedem Belag“ zu organisieren, blieb jedoch vage, was die konkrete Umsetzung angeht. Den Standort Rom, wo derzeit das Masters stattfindet, schloss er aus: „Es ist der schönste Ort der Welt, um Tennis zu spielen, aber es verursacht einen Berg an zusätzlichen Kosten. Jede einzelne Konstruktion außer dem Centre Court muss aufgebaut und anschließend wieder abgebaut werden, und das belastet das Budget.“
Frühere Überlegungen für einen fünften Grand Slam
Die Idee eines fünften Grand Slams ist nicht neu. In der Vergangenheit wurde bereits über zusätzliche Turniere in Indian Wells oder Madrid spekuliert, jedoch ohne konkrete Pläne seitens der Verantwortlichen. Binaghis Vorstoß könnte nun neue Diskussionen anstoßen, auch wenn er sich nicht zu Details wie Zeitplan oder Finanzierung äußerte.



