Putins Angst vor Putsch: Kreml schottet sich ab – Minenjagdboot Fulda ausgelaufen
Putin fürchtet Putsch: Kreml schottet sich ab

Straße von Hormus: Minenjagdboot „Fulda“ ausgelaufen

Die deutsche Marine hat das Minenjagdboot „Fulda“ vom Marinestützpunkt Kiel-Wik in Richtung Mittelmeer entsandt, um die Straße von Hormus zu sichern. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums handelt es sich um eine prophylaktische Maßnahme; ein Einsatz erfordert ein Bundestagsmandat. Das Schiff wird aus einem Nato-Einsatz herausgelöst und in einen Minenabwehrverband integriert. Verteidigungsminister Boris Pistorius betonte, die Stationierung spare Zeit, um Fähigkeiten schnell verfügbar zu machen, knüpfte einen Einsatz aber an ein Ende der Kampfhandlungen. Außenminister Johann Wadephul forderte Iran zur sofortigen Freigabe der Meerenge auf.

Hintergrund sind wachsende Spannungen: Iranische Stellen berichten, US-Schiffe seien am Einfahren in die Meerenge gehindert worden; teils ist sogar von Raketenbeschuss die Rede, was US-Vertreter bestreiten. Unabhängig überprüfbar sind diese Angaben nicht. Die USA planen zugleich eine Initiative zur Sicherung der Schifffahrt, während Iran vor Eingriffen warnt. Seit Beginn des Konflikts Ende Februar ist die strategisch zentrale Route faktisch blockiert.

Putin fürchtet offenbar Putsch oder Anschläge

Einem Geheimdienstbericht zufolge, aus dem der amerikanische Sender CNN zitiert, hat der Kreml die Sicherheitsmaßnahmen für Wladimir Putin deutlich verschärft. Putins engstes Umfeld steht demnach unter strenger Kontrolle: Wohnungen werden überwacht, Mitarbeiter dürfen keine öffentlichen Verkehrsmittel nutzen und nur noch internetfreie Telefone verwenden. Besucher müssen mehrere Sicherheitschecks durchlaufen. Auch Putin selbst bewegt sich demnach kaum noch öffentlich, Aufenthaltsorte wurden reduziert, übliche Residenzen offenbar verlassen und Auftritte oft nur noch vorab aufgezeichnet verbreitet.

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Der Bericht zeichnet das Bild eines zunehmend angespannten Machtapparats, belastet durch Rückschläge im Ukrainekrieg, wirtschaftliche Probleme und interne Konflikte. Besonders zwischen Militär und Sicherheitsorganen gibt es Streit über Zuständigkeiten beim Schutz von Führungspersonal. Mehrere Anschläge auf Generäle verstärken die Unsicherheit. Putin fürchtet laut dem Bericht die eigene Elite. Zugleich könnten gezielte Veröffentlichungen solcher Informationen durch westliche Dienste darauf abzielen, den Kreml zusätzlich zu destabilisieren. Geheimdienstexperten wie Mark Galeotti zeigen sich „ziemlich skeptisch“ gegenüber diesem „Europäischen Geheimdienstbericht“, der derzeit kursiere.

Angriff auf die Dekadenz: Met Gala in der Kritik

Heute Abend steigt die berühmte New Yorker Met Gala. Eines der wichtigsten gesellschaftlichen Ereignisse der USA steht wegen ihrer neuen Hauptsponsoren Jeff Bezos und Lauren Sánchez im Zentrum heftiger Kritik. Einst als exklusive „Party des Jahres“ mit begrenztem Zugang und Modefokus gefeiert, gilt sie vielen heute als Kostümfest einer superreichen Minderheit und Sinnbild extremer Vermögensungleichheit. Eine Eintrittskarte kostet 100.000 Dollar. In New York tauchten in U-Bahnen und auf Straßen Protestplakate auf, finanziert von der britischen Aktivistengruppe „Everyone hates Elon“. Die Gruppe gründete sich ursprünglich, um gegen den Tesla-Gründer und Trump-Vertrauten Elon Musk zu agitieren. Jetzt rufen die Poster zum Boykott der „Bezos Met Gala“ auf und werfen Amazon die Ausbeutung von Beschäftigten sowie eine Mitverantwortung für die Jagd auf Migrantinnen und Migranten vor, weil der Konzern Behörden mit Rechenleistung unterstützt.

Sprecherin Anne, die anonym bleiben will, sieht auch Bezos als Trump-Verbündeten, dessen Reichtum auf schlechten Arbeitsbedingungen und aggressiver Steuervermeidung beruhe. Milliardäre hält die Gruppe grundsätzlich für problematisch. Aus ihrer Sicht erkauft sich Bezos mithilfe der Gala kulturelles Ansehen und nutzt eine angeschlagene Institution für sein Image, während das Museum seine eigene Marke beschädigt. Die Aktivisten werten es bereits als Erfolg, die Erzählung rund um das Event verschoben zu haben.

Was heute sonst noch wichtig ist

US-Armee zieht wohl 5000 Soldaten der Stryker-Brigade aus Vilseck ab: Der angekündigte Truppenabzug wird offenbar Realität: 5000 US-Soldaten sollen Bayern verlassen. Die Entscheidung aus Washington bereitet den Menschen vor Ort Sorge.

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Trotz Tankrabatts – Spritpreise ziehen in der Tendenz wieder an: Mit dem Tankrabatt will die Regierung Autofahrer entlasten. Doch die Bilanz der ersten Tage fällt ernüchternd aus. Ein Tipp des Kartellamts klingt fast resigniert.

Jedes dritte Kind kommt per Kaiserschnitt: Die Kaiserschnittrate in deutschen Kliniken erreicht ein Allzeithoch. Seit der Wiedervereinigung hat sich der Anteil mehr als verdoppelt. Dabei zeigen sich erstaunliche regionale Unterschiede.

Familie sperrte Kind jahrelang ein – Mutter zu Freiheitsstrafe verurteilt: Von der Außenwelt isoliert, keine Freunde, keine Kita: Mehr als sieben Jahre lang wurde ein Mädchen in einem Haus im Sauerland festgehalten. Das Gericht hat in dem Fall nun ein Urteil gesprochen, auch gegen die Großeltern.

Was heute weniger wichtig ist

Die Schauspielerin Meryl Streep, 76, findet ihren „Der Teufel trägt Prada“-Kollegen Stanley Tucci, 65, in „seiner unbestreitbaren Heterosexualität“ ausnehmend attraktiv. Tucci sei „weltgewandt, verschmitzt, witzig“. Nicht, dass Heterosexualität besser wäre als jede andere Form der Sexualität, so Streep. Aber Tucci habe diese Eleganz – echte, ungezwungene, natürliche, ungestellte Eleganz. „Für heterosexuelle Männer ist das manchmal schwieriger.“

Und heute Abend?

Könnten Sie sich Konzertkarten für Johannes Enders besorgen. Enders ist einer der besten Saxofonisten Deutschlands und einer der umtriebigsten dazu. Im Mai hat er mit seinem Quartett fünf Auftritte, einen davon am 28. Mai im Saxstall im sächsischen Pohrsdorf. Allein diese Location ist einen Ausflug wert. Der Saxstall, ein ehemaliger Schweinestall eines Vier-Seiten-Hofes, wird betrieben vom früheren örtlichen Apotheker Eckard Schleiermacher. Vor mehr als 20 Jahren begann er, Saxofone zu sammeln. Inzwischen dürfte er mit weit über 100 Instrumenten die größte Sammlung Deutschlands besitzen. Um Platz zu schaffen, widmete er den Schweinstall in einen Ausstellungsraum um. Irgendwann stellte sich die Frage: Warum nur zeigen und nicht auch hören? Seit vielen Jahren pilgern nun vor allem Nachwuchsmusikerinnen und -musiker der nahe gelegenen Musikhochschulen Leipzig und Dresden nach Pohrsdorf, um sich auszuprobieren. Aber auch internationale Stars wie Enders schätzen die einzigartige Atmosphäre des Clubs, der keinen Eintritt verlangt, sondern neben dem Bierzapfhahn eine Spendenbox aufgestellt hat.