Iran: Putsch-Pläne gegen Ajatollah Chamenei während Protesten aufgedeckt
Wie brüchig ist die Macht des „Obersten Führers“ Ajatollah Ali Chamenei (86) wirklich? Während die Proteste im Iran am 8. und 9. Januar 2026 brutal niedergeschlagen wurden, sollen hinter den Kulissen dramatische Umsturzpläne gegen den religiösen Führer geschmiedet worden sein. Einem Bericht der französischen Zeitung „Le Figaro“ zufolge versuchte der frühere Präsident Hassan Rouhani (77), die politische Krise für einen Machtwechsel zu nutzen.
Verschwörung im inneren Zirkel
Rouhani wurde dabei von seinem ehemaligen Außenminister Dschawad Sarif (66) unterstützt. Die Verschwörer fanden laut dem Bericht auch Rückhalt bei Personen aus der mächtigen Revolutionsgarde sowie bei einflussreichen Klerikern aus der heiligen schiitischen Stadt Ghom. Diese Allianz aus politischen und religiösen Kräften deutet auf tiefe Risse innerhalb des iranischen Establishments hin.
Laridschani als Retter des Regimes
Der Putschplan wurde jedoch vereitelt – und zwar durch Ali Laridschani, den Top-Berater von Chamenei und seit August 2025 Chef des Nationalen Sicherheitsrats. Laridschani soll sich entschieden gegen das Vorhaben gestellt und so die Entmachtung des religiösen Oberhaupts verhindert haben. In der Folge wurden sowohl Rouhani als auch Sarif für einige Tage unter Hausarrest gestellt, während weitere beteiligte Personen vorübergehend festgenommen worden sein sollen.
Geheimhaltung und Machtverschiebungen
Interessanterweise wurde der amtierende Präsident Massud Peseschkian von der gesamten Angelegenheit ferngehalten, offenbar um ein Durchsickern an die Bevölkerung und internationale Medien zu verhindern. Laridschani gilt mittlerweile als eine der einflussreichsten Personen im Iran. Laut der „New York Times“ fungiert er sogar als de-facto Staatsoberhaupt, da sich der alternde Chamenei immer mehr aus der täglichen Politik zurückzieht.
Strategische Aufgaben für den Machthaber
Medienberichten zufolge hat Chamenei Laridschani mit weitreichenden Aufgaben betraut: Neben der Ausarbeitung von Kriegsplänen gegenüber den USA und Israel soll er vor allem die „innere Ruhe“ im Iran sicherstellen – was nichts anderes bedeutet als den Schutz des Systems vor weiteren Aufständen und Protestbewegungen. Diese Entwicklungen werfen ein beunruhigendes Licht auf die Stabilität des iranischen Regimes, das trotz äußerer Geschlossenheit von inneren Machtkämpfen zerrissen zu sein scheint.



