Verheerender Raketentreffer auf jüdisches Gotteshaus in Israel
In der israelischen Stadt Beit Schemesch hat ein iranischer Raketenangriff eine Synagoge vollständig zerstört und neun Menschenleben gefordert. Der Gefechtskopf durchschlug das Gebäude und die Decke des darunterliegenden Schutzraums, wo sich Gläubige während des Alarms in Sicherheit gebracht hatten. Unter den Opfern befinden sich die 74-jährige Bruria Cohen und ihr 40-jähriger Sohn Yossi, die gemeinsam im Bunker Zuflucht suchten.
Angehörige besuchen den Ort der Tragödie
Eine Woche nach dem Angriff begeben sich die Geschwister Shimrit (43), Nissim (48) und Tamir (30) an den Einschlagort, um zu trauern und Kerzen für ihre verstorbene Mutter und ihren Bruder anzuzünden. Der Bunker weist ein großes Loch in der Decke auf, und nur dicke Drähte halten die verbliebenen Strukturen zusammen. Shimrit, die zum Zeitpunkt des Angriffs als Polizistin in Tel Aviv im Dienst war, eilte sofort zum Tatort, wo bereits Kollegen der Polizei eingetroffen waren.
Tamir verlor nicht nur seine Familienmitglieder, sondern auch sein Wohnhaus, das direkt neben der Synagoge lag und durch die gewaltige Explosion schwer beschädigt wurde. Er beschreibt, wie er eine Minute nach dem Einschlag am Ort eintraf und noch Flammen aus dem Krater lodern sah.
Dreijähriger David überlebt als kleines Wunder
Inmitten der Zerstörung gab es einen Hoffnungsschimmer: Der dreijährige David wurde neben den Toten gefunden – verletzt, aber lebendig. Während die trauernden Geschwister den Ort besuchten, schrillte erneut eine Raketen-Warn-App auf ihren Handys, und sie mussten erneut in einen Schutzraum flüchten. Diesmal konnte die israelische Abwehr das Geschoss mit dem hochmodernen „Arrow 3“-System abfangen, das ballistische Raketen bereits im Weltraum in etwa 100 Kilometern Höhe zerstört.
Das System verhindert schätzungsweise 90 Prozent der Angriffe, doch der verbleibende Anteil kann weiterhin tödliche Folgen haben. Die Stadt Beit Schemesch mit ihren 130.000 Einwohnern, viele davon religiöse Juden, liegt zwischen Tel Aviv und Jerusalem und war Schauplatz des verheerendsten Raketenangriffs auf Israel seit Beginn des Konflikts mit dem Iran.



